Zweigelt Redmann, 2007, Jörg Bretz

Jörg Bretz, CarnuntumNicht ganz dichtes Purpur, deutlicher Wasserrand, zwiebelschalenfarbene Reflexe. In der Nase sehr dicht, Vanille, Kaffee und Kakao, frisch geschnittene Eiche, mit Luft auch kandierte Ribisel, Butter und etwas Weichsel. Am Gaumen auch sehr dicht und engmaschig, Kakao und dunkler Espresso, dunkler Toast, darunter saure Ribisel und auch Weichsel, wird nicht ganz homogen, rauhe Tannine, adstringierend, mittellang, rote saure aber kandierte Frucht und Toast im Abgang.

Ich habe etwas gemischte Gefühle zu diesem Zweigelt. Einerseits ist er erfrischend vielseitig, andererseits ist von seiner Zweigelthaftigkeit nicht viel zu spüren. Viel Holz, das allerdings sehr gekonnt, wenig Frucht. Das hat mit dem österreichischen Weinstil nichts zu tun. Das genau ist es aber auch was Jörg Bretz will: Sich von dem fruchtigen jungen Weinstil der österreichischen Winzer abzuheben und einen eher großflächigeren gereiften Stil pflegen. Von unserer Seite aus zwei Spirits. Kaufempfehlung? Ja, wer diesen, sehr internationalen, dichten Stil mag, ja.

Jörg Bretz, ist für uns Österreicher in gewissem Sinne eine eigene Liga. Denn niemand in Österreich hat den langen Atem, den er hat und niemand lässt seine Weine so lange im Keller wie er. Mit viel Erfahrung und auch so manchem Quentchen Fingerspitzengefühl macht er sehr besondere Tropfen und stellt die österreichische Weinwelt, nun, nicht gerade auf den Kopf aber er zeigt doch, dass man hierzulande Wein auch anders machen kann. Lesen Sie hier das ganz Interview mit ihm.

Verkostet, am 8.2.2013

Bild: Bretz

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