Zweigelt, 2010, Kerschbaum

Paul Kerschbaum, Horitschon

Im Glas aubergine, sehr dunkler Kern, zarter Wasserrand. In der Nase frisches Brot, etwas Ribisel, Zwetschkenröster, braucht Luft dann verschwindet auch der alkoholische Touch, dunkle Würze darunter. Am Gaumen viel Zwetschkenröster, dunkler Espresso und Toast, Kakao, etwas Vanille, Süßholz, spürbare aber recht gut integrierte Tannine, mittellang.

Im ersten Augenblick hätten wir ihn für ein wenig gastronomisch gehalten aber letztendlich ist er einfach  relativ gut zugänglich, und vielleicht ist der Begriff gefällig auch ganz passend. Vielleicht eine Spur zu glatt und rund, daher auch keine drei Sterne – die er von seiner Struktur und Klasse vielleicht verdienen würde – sondern nur zwei, so die Verkosterrunde einhellig. Trotzdem, kaufen, probieren, genießen.

Das Weingut Paul Kerschbaum ist – wie so viele andere Winzer aus dem Mittelburgenland – eher ein Spezialist für den Blaufränkischen. Und zwar im Grunde nicht nur ein Spezialist im Sinne des einfach-nur-Blaufränkisch-machens. Nein, hier finden wir schon etwas mehr. Denn wenn ein Winzer regelmäßig Bewertungen um die 95 Punkte heim bringt, dann lohnt es sich in jedem Fall genauer hinzusehen. Das Weingut bewirtschaftet etwa 22 ha und befüllt damit rund 80.000 Flaschen im Jahr, was es zu einem mittelgroßen Betrieb für österreichische Verhältnisse macht.

Verkostet, am 6.10.2012
Bild: Kerschbaum

Spirits:

2 comments on “Zweigelt, 2010, Kerschbaum

  1. Mhm, Beschreibung von Nase und Gaumen würden mich auf „Holzwein“ schließen lassen. Ich kenn den Wein und sorry, ich finde auch 2 Sternchen fast zu viel!

    • Tja, wieder einmal sehen wir, wie unterschiedlich die Geschmäcker und Beurteilungen sind. Was ich durchaus schön finde.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5