Zweigelt, 2008, Neumeister

Christoph Neumeister

Dunkles kräftiges Rot, hellrote Reflexe. In der  Nase fruchtige Erdbeermarmelade, etwas Würze und Röstaromen. Am Gaumen etwas Erdbeere, Kirsche und dunkle rote Frucht, Butter, Nuss, Kaffee, Kakao, Bitterschokolade, recht breit aber nicht sperrig, guter Trinkfluss, feine schmelzige spürbare Tanninstruktur, lang im Mund.

Die Südoststeiermark lässt grüssen. Und sie ist ein seltener Gast auf diesem Tisch und in diesen Gläsern. Und das, ganz ehrlich,  völlig zu unrecht. Vielleicht deshalb, weil man dort noch zu wenige Winzer kennt, vielleicht deshalb, weil sie sich nicht so sehr medial in den Vordergrund rückt wie andere österreichische Weingebiete. In jedem Fall war dieser Zweigelt einer der richtig Guten; ein ausgesprochen vielseitiger und fein definierter Wein mit vielen wunderbaren Facetten. Und das ist ja wieder schon sehr nach meinem Geschmack – und auch nach dem vieler anderer Konsumenten. Im ersten Versuch, in der Blindverkostung würde man ihn eher in die Pinot-Fraktion gegeben – was mich als alten Burgunderfan schon sehr erfreut aufschauen ließ – nur hier lag ich ganz falsch. Die gute Nachricht war und ist, hier handelt es sich um einen sehr feinen und anschmiegsamen Zweigelt. Und zwar einen, von dem ich gerne mehr hören und schmecken würde als nur diese eine Flasche. Die Verkosterrunde hat vier Sterne für ihn übrig und eine große Kaufempfehlung.

Das Weingut Neumeister ist ein Vorreiter im Bereich schonende Verarbeitung. Der vor einiger Zeit neu erstandenen Verarbeitungsbereich kommt völlig ohne Pumpen aus und verlässt sich alleine auf das Schwerkraftprinzip. Das geht  aus der leider ansonsten nicht sehr informativen Homepage des Betriebes hervor. Alles in allem eine schon recht sympathische Sache und vor allem ein toller Zweigelt mit einer eindeutigen Kaufempfehlung.

verkostet, am 11.5. 2012
Bild: Neumeister

 

Spirits:

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5