Wir stellen vor: Handbrauerei Forstner aus der Steiermark

ForstnerAls Bierliebhaberin verkoste ich gern Neues und erforsche die Bierlandschaft weit und breit. Wie alle Bier Liebhaberinnen kehre ich aber immer wieder „nach Hause zurück“ – das heißt, ich greife auf eine Handvoll Brauereien, deren Biere für mich das flüssige Pendant von „Comfort Food“ darstellen, zurück. Die Biere von Forstner, in Karlsdorf bei Graz gebraut, sind ganz oben auf meine Liste.

Forstner ist ein alter Name im Braugewerbe. Gegründet von Craft-Bier-Pionier Gerhard Forstner vor 20 Jahren, präsentiert die Brauerei auch heute noch immer wieder beindruckende Biere mit einem fixen Sortiment und saisonalen Spezialitäten. Seit dem Tod vom Gerhard Forstner letztes Jahr, führt seine Frau Elfriede Forstner diese Tradition weiter. Ihrer eigenen Aussage zur Folge will sie die Brauerei „wachsen lassen, aber nicht größer werden“. Genau das schmeckt man bei ihren Bieren und ich persönlich freue mich schon auf den nächsten Sud!

Triple22
Starkbier nach belgischer Brauart. Abtei-Malze und Nachgärzeiten von bis zu 6 Monaten tragen zu dem außergewöhnlichen Geschmack des Biers bei. In der Nase Sherry, Vanille und ein Hauch Grüner Pfeffer. Im Mund rund aber nicht üppig nach Kirschholz und Pflaumen gepaart mit einer angenehmen Säure. Die Kalthopfung bemerkt man erst im Abgang deutlich. Dieses Bier trinkt man am besten nicht kälter als 14 Grad Celcius aus Brandy Snifter oder einem anderen bauchigen Stielglas. Passt hervorragend zu Doppelcreme- und Rotschimmel-Käse, cremigem Schwammerlgulasch oder einfach alleine als Digestiv.

Slow2
Dieses Roggen-Ale wurde mit Slow Food Styria kreiert. Mit einer Farbe von blankem Bernstein hat dieses Bier eine herausragende zitronige Nase. Im Mund bleibt die Citrus erhalten mit einen mittleren Körper und einem starkbitteren langanhaltendem Abgang. Der ideale Begleiter für Speisen mit viel Kräutern, Backhendl oder Zwiebelrostbraten.

Lucky Ginger
Was drauf steht, ist auch drinnen: Ingwer, und zwar frischer! Das Resultat: ein leichtes, gut trinkbares Bier mit kräftigen, aber angenehmen Ingwer-Ton ohne zu viel Süße. Passt hervorragend zu asiatischen Gerichten bzw. zu leicht scharfer Küche.

Illuminatus
Ein India Pale Ale nach amerikanischem Stil mit vier verschiedenen US-Hopfen gebraut. Die Nase ist voller Zitrusfrucht und zarten Tönen von Maracuja. Die Hopfenbittere macht sich sofort in der Nase bemerkbar und das bleibt vom ersten Schluck bis zum Abgang. Dieses Bier ändert seinen Charakter mit der Temperatur sehr stark. Mit 7 Grad genossen ist es relativ schlank im Mund mit Bitterkeit im Vordergrund. Mit 10 Grad aber kommen feinere Nuancen hervor und man schmeckt die Komplexität des Bieres und die Kunst der Brauerin heraus. Auf keinen Fall ein Bier für jeden Tag, eher ein Bier für den besonderen Moment – am besten ohne Begleitung genießen.

Chili Hot
Ich habe viele scharfe Biere gekostet und meiner Meinung nach verbirgt sich hinter der Schärfe meist nur ein schlechtes Bier. Hier ist das nicht der Fall. Klar steht Chili im Vordergrund –  und wird sogar schärfer im Abgang – man erkennt aber danach ein gutes helles Bier. Mit scharfen Speisen auf jeden Fall ein Erlebnis!

Brew Secco
Ein Bier mit Belgien im Herzen. Mit mehreren Spezialmalzen und Hefestämmen gebraut und eine zweites Mal in der Flasche vergoren, ist dieses Bier stark konzentriert mit einer lebendigen Kohlensäure. In der Nase erkennt man deutlich Steinfrüchte und Vanille. Im Mund cremig und mild. Am besten genießbar in Sektgläsern.

Dry Stout
Eine Interpretation des irischen Braustils. Fast schwarz in der Farbe, hat dieses Bier eine kräftige Nase mit Noten von Nüssen und Rostaromen. Im Mund eher schlank, mit einer deutlichen Bittere und einem Hauch von dunkler Schokolade. Ein erdiges Bier. Passt zu Bitterschokolade und Hartkäse.

Text: Tiffany Heiner
Bild: barrelfever.at/Tiffany Heiner

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