Gernot Schreiner. Der Name der Rebe.

Gernot Schreiner

Gernot Schreiner im Weingarten

Er ist kein Shooting-Star. Und ganz sicher will er das auch gar nicht sein. Er ist einer, der es langsam angeht, bedächtig und achtsam. Und dabei immer einen Blick zurück wirft. Und auch einen nach vorne. Bei ihm hat man das Gefühl, er weiß ganz genau was er tut und was er anpackt wird langsam aber stetig wachsen. Wie seine Weinstöcke es auch tun. Die Welt der Schreiners dreht sich um ihre Weine, um die Arbeit damit, darum, ob es den Stöcken gut geht und ob der Keller sauber und bereit ist. Man könnte sagen Gernot Schreiner steht mit beiden Beinen fest am Erdboden des Weingartens.

Das seit 2012 als Bio-Betrieb zertifizierte Familienunternehmen wird seit 2007 von ihm geführt. Schon der Großvater hat hier Wein gemacht, damals gleich nach dem Krieg. Denn das Weingut besteht  schon seit vielen Generationen – seit über 400 Jahren wird hier Wein gemacht. Doch wohl nicht immer in der Qualität, die der junge Winzer nun vorgibt. Denn seine Kriterien sind streng, seine Ziele hoch. „Winzer bist du von innen her. Und Bio auch.„, erklärt er, und weist darauf hin, wie vielfältig und umfangreich die Aufgaben da werden. Intensives Bodenmanagement beispielsweise, eine intakte Gründüngung oder ein wachsames Auge auf das Wassermanagement des Weingartens zu haben.  Für eine intakte Natur in seinen Weingärten zu sorgen und die Verhältnisse im Bewuchs- und Witterungsverlauf zu berücksichtigen, das  ist der Auftrag den er jeden Tag gewissenhaft wahrnimmt

Gernot Schreiner, Rust

Ernte per Hand ist ein Muss am Weingut Schreiner

Es gibt so viele Argumente, die für eine Bio-Bewirtschaftung sprechen, aber diese Frage hat sich für den bodenständigen Weinmacher noch nie gestellt. Denn für ihn ist es einfach die natürliche Konsequenz seines Anspruchs: Die Kraft der Stöcke zu nutzen um ganz besondere Weine zu machen. Und dabei entstehen bei dem Jungwinzer Gewächse, die bisweilen intensivere und feinere Aromen besitzen als andere Weine. Er möchte Weine produzieren, die langlebig und reifefreudig sind, die umfangreiche Geschmacksspektren anbieten und konnte das auch schon oft genug unter Beweis stellen. Blaufränkisch, heißt das Zauberwort, und Chardonnay und Weissburgunder. Hier am Neusiedlersee in Rust orientiert man sich an der Tradition, denn die hat schon immer gezeigt, welche Sorte  am heimischen Terroir am besten wird. Und der Konsument sucht ganz intuitiv die Qualität. Das was am Besten zum Gebiet passt, wird auch die besten Produkte bringen.

„In den Keller kommt mir nur, was zu 100% stimmt.“, erzählt Gernot Schreiner über seine Qualitätsansprüche. Die ausschließliche Lese per Hand, die intensive Selektion im Weingarten und, schon weit davor, die richtige Arbeit an der Rebe über das Jahr. Hier nimmt der Chef die Schere selber in die Hand und arbeitet sich von Weinstock zu Weinstock. Hier kennt er jeden Stock persönlich und weiß wie es ihm geht und was er braucht. Das ist überhaupt das Credo des Gernot Schreiner: Er weiß was seine Reben  brauchen, zu jeder Zeit und in jeder Riede.

Der zweite Teil über Gernot Schreiner folgt hier.

Fotos: martin@fülöp.com

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