Winterausstellung in Schloss Hof

Schloss Hof, Winter, ausstellung, 1.WeltkriegErstmals öffnet Schloss Hof auch in der kalten Jahreszeit seine Tore. Von November bis März gibt es die Möglichkeit, an den Wochenenden und Feiertagen das Landschloss des Prinzen Eugen von Savoyen in winterlicher Stimmung zu erkunden. Die dabei gewährten Schlossführungen geben interessante Einblicke hinter die Kulissen des barocken Gesamtkunstwerks, während der Gutshof mit seinen seltenen, altösterreichischen Haustierrassen wie Vierhornziegen, Walachenschafe oder weiße Esel zu einem Winterspaziergang in der Natur lockt. Die interaktive Dauerausstellung in der neuen Kinder- und Familienwelt veranschaulicht dabei den arbeitsreichen Alltag in einem Barockschloss.

Oft genug hat das Schloss seinen Gästen in den letzten Monaten und Jahren den einen oder anderen Höhepunkt beschert und darüber haben wir auch berichtet. Diesmal beschäftigt sich eine Sonderschau mit der Thematik „Wir spielen Krieg – Die Kindheit vor 100 Jahren“. Die einzige Ausstellung zu diesem Thema im Erinnerungsjahr widmet sich ausschließlich dem Alltag der Kinder und Jugendlichen vor und im Ersten Weltkrieg.
Der erste Teil dieser Ausstellung widmet sich den Lebenswelten der jungen Menschen am Beginn des 20. Jahrhunderts: Schule und Erziehung, Familie und Freizeit, vor allem anhand von Gesellschafts-spielen, Spielzeug, Kinder- und Jugendbüchern.
Der zweite Teil behandelt die veränderte Situation im ersten Kriegsjahr nach Beginn des Großen Krieges: Die Väter gingen an die Front und die Mütter mussten arbeiten, um die Familie zu ernähren. Der Krieg hielt Einzug in Kinder- und Schulbücher. Kinder wurden zum Spendensammeln sowie in der Kranken- und Verwundetenpflege eingesetzt, oder sie halfen mit, Päckchen für die Frontsoldaten zu verschicken.

Aus fiktivem „Krieg spielen“ wurde Realität. Auch wenn es Kriegsspielzeug, Zinnsoldaten und Kinderuniformen früher schon gab, erlangten sie nun eine andere Bedeutung. Die Spielzeugindustrie griff das Thema auf und stellte neue, propagandistische Spiele her. Freund-und Feindbilder wurden klar definiert und der Krieg sollte den Kindern in spielerischer Weise vermittelt werden. Schon die Kleinsten wurden Bestandteil der Propaganda: Zahlreiche Postkarten und Fotos waren im Umlauf, die Kinder und Jugendliche in patriotischen Posen und Uniformen zeigten. Der Krieg sollte als großes Abenteuer erscheinen.

Die Historikerin Alma Hannig hat die etwa 180 Objekte umfassende Ausstellung kuratiert. Die spielerische Nutzung einiger Brettspiele der damaligen Zeit ist in der Ausstellung möglich und erwünscht. Mehr Informationen auf der Homepage des Schlosses.

Text: APA/Cornelia Fäth
Bild: Schloss Hof

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