Ganz Wien frägt: Bohnen statt Fleisch?

Grillen ist Männersache.Herr und Frau Österreicher, und vielleicht sogar noch mehr Herr und Frau Wiener, mag es kaum glauben. Ja, es gibt durchaus Alternativen zum Schnitzel. Das österreichische Grundnahrungsmittel Nummer Eins hat ja, und das wissen wir nicht erst seit gestern, nicht nur Vorteile. Die Alternativen, nicht nur als Geschmackserlebnis sondern ganz besonders auch als Eiweißlieferant, ob für die Welternährung oder die Bikinifigur heißen Hülsenfrüchte. Hülsenfrüchte sind richtig gute Nährstofflieferanten, ihr Eiweißgehalt ist unschlagbar. Sie enthalten viele Ballaststoffe, machen lange satt und sollten mindestens einmal pro Woche gegessen werden.

„Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen sind für mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung die wichtigsten Eiweißlieferanten und gelten als Fleisch des Feldes. Die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile sind so groß, dass die Vereinten Nationen 2016 zum internationalen Jahr der Hülsenfrüchte ernannt haben“, erklärt Mag.a Michaela Knieli, Ernährungswissenschafterin von „die umweltberatung“. Im ökologischen Ranking schneiden Hülsenfrüchte viel besser als Fleisch ab, da bei der Herstellung bis zu 86 % weniger CO2 freigesetzt wird. Der Anbau wirkt sich besonders gut auf die Bodenfruchtbarkeit aus, denn Hülsenfrüchte binden Stickstoff aus der Luft, reichern ihn im Boden an und lockern den Boden für Folgekulturen auf.

Speck weg mit Linsen und Bohnen
„In Verbindung mit Getreide sind Hülsenfrüchte ein vollwertiger Ersatz für Fleisch. Ihre wertvollen Inhaltsstoffe sichern in armen Ländern die Ernährung und machen sie in den Industrieländern zu besonders gesundheitsfördernden Lebensmitteln“, weiß Knieli. Wer häufig Linsen und Bohnen isst, verbessert die Darmflora und ist auf dem besten Weg zum Wunschgewicht. Zudem kann Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs vorgebeugt werden.

Besser bio!
Konventionelle Linsen sind häufig mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat belastet, das auch in geschälten Linsen noch zu finden ist. Das Herbizid wird oft kurz vor der Ernte eingesetzt, damit die Linsenpflanzen absterben, trocknen und leichter geerntet werden können. Im Bio-Anbau ist das nicht erlaubt und es dürfen keine chemisch-synthetischen Pestizide verwendet werden – Bio-Linsen werden mit einer unbedenklichen Druckbehandlung von Schädlingen befreit.

Richtig zubereiten und leicht genießen
Die Darmflora wächst mit ihren Aufgaben – je öfter Hülsenfrüchte gegessen werden, desto besser passt sich der Darm an die Ballaststoffe an und die Gerichte werden bekömmlicher. Zudem machen lange Garzeiten und reichlich verdauungsfördernde Gewürze wie Kümmel, Bohnenkraut und Minze die Bohnen und Linsen gut verträglich. Als Sprossen sind Hülsenfrüchte auch für empfindliche Personen ganz leicht verdaulich und wirken nicht blähend.

Quelle: APA
Bild: 123rf.com

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