Weiss und gereift. Ein Verkostungsbericht.

VerkostungsbeschreibungGerhard Heczko vom Magazin Gastwirt hat eine ganze Reihe von feinen weißen Protagonisten verkostet. Den Bericht dieses Abends haben wir für Sie hier im folgenden:

Zum Einstieg wurde der Gaumen mit zwei ausgezeichneten und typischen Vertretern des jüngsten DAC-Gebietes, dem Wiener Landessieger und dem Profil-DAC-Sieger vorbereitet, dann ging es mit dem 2006er Sauvignon Blanc von Michael Edlmoser mitten ins Thema: Dieser Wein war die perfekte Bestätigung für mich, dass ein qualitativ hochwertiger und physiologisch reifer Sauvignon immer über Entwicklungspotenzial verfügt.

Bei den Weinen aus den 60er und 70er Jahren verströmten für mich der 69er Riesling Achleiten, der 73er Riesling Preußen und der 77er Veltliner Spiegel noch volles Leben, ein paar Gramm Restzucker haben sicher ihren positiven Beitrag geleistet, dass diese Fülligkeit und Substanz noch nach so vielen Jahren erhalten geblieben ist. Ein Genuss und eine Freude, solche Weinschätze im Glas zu haben!

Die Weine aus den 1980er Jahren konnten sehr individuell überzeugen. Der 86er Veltliner vom Stift Klosterneuburg mit nur 11,9 % Alk. präsentierte sich ungemein jugendlich und noch immer sortentypisch, der 82er Riesling von Franz Prager zeitlos und voller Leben und der 81er Riesling Schütt von Emmerich Knoll zeigte seine Klasse kraftvoll, harmonisch und elegant.

Zwei große Überraschungen hielten die 90er bereit: Der Elsässer Gewürztraminer, immerhin auch bereits zwanzig Jahre alt, zeigte sich präzise, sortentypisch, hochelegant und noch überraschend jugendlich. Der 99er Riesling von der Familie Bauer aus Großriedenthal war hinsichtlich Preis-Leistung DIE Sensation des Abends, sortentypisch, perfekt gereift, ein Wein, der richtig Spaß machte.

Zuletzt möchte ich noch auf die drei Sauvignon Blanc eingehen, Sattlerhof hat leider enttäuscht, bei Tschermonegg gab es schon reife, sehr typische Geschmacksmomente, der klare Sieger war dann die Moarfeitl Selektion; extrem jugendlich, klar, sauber, vielschichtig, zeitlos – ein großer Wein.

Kostfolge:

  • Edlmoser, SB 2006 Reisberg
  • Stürgkhsches Weingut, Gewürztraminer 1969
  • WG Wachau, R 1969 Achleiten
  • Mayer am Pfarrplatz, R 1973 Preußen
  • Stift Klosterneuburg, GV 1986 Hengsberg
  • Undhof, GV 1973 Kabinett
  • Prager, R 1982 Steinriegl, Spl
  • Hirtzberger, R 1990 Singerriedel Sma
  • Mantlerhof, GV 1977 Spiegel, AL
  • Belenheim, Elsass, Gewürztraminer 1994
  • Hirsch, R 1992 Steiner Paffenberg
  • Fritsch, R 1995 Mordthal Perfektion
  • Winzer Krems, GV 1992 Frechau, Spl
  • Alzinger, GV 1997 Loibner Weingärten Sma
  • Bauer, R 1999 Hinternberg
  • Tschermonegg, SB 1999 Superior
  • Sattlerhof, SB 2000 Pfarrweingarten
  • Neumeister, SB 2000 Moarfeitl Selektion
  • Knoll, R 1981 Schütt, Spl

Verkostung vom 31.10.2014. Verkostet mit Helmut Rome, Anita und John Nittnaus, Johannes Markowitsch, Michael Edlmoser, Andi Kroiss, Luigi Follner, Martin Hinterleitner, Gerry Klement, Sepp Mitterbauer, Peter Duval, Peter Krasa, Regina Lindner und Gerhard Heczko.

Dieser Beitrag ist quergeschaltet mit unserem Partnermagazin Gastwirt und dort in der Ausgabe 6/15 erschienen.

Text: Gerhard Heczko
Bild: 123rf.com

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