Weinmeinungen sind subjektiv.

Weinmeinungen sind subjektivEin Teil der redaktionellen Arbeit hier im Haus besteht ohne Zweifel darin, hin und wieder die verschiedenen Plattformen zu durchsuchen, nach den Weinmeinungen der Kollegen Sommeliers und Weinverkoster zu schauen und sich die Mühe zu machen nachzulesen, wie denn die Statements zu den bekannten und auch unbekannteren Weinen so ausfallen. Dabei fällt mir ein zunehmender Trend zum Moralisieren auf, der Hang dazu die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen und nicht zu berücksichtigen, dass Weinmeinungen in jedem Fall etwas ausgesprochen Subjektives sind.

Ich möchte in den Vordergrund stellen, dass – auch hier auf der Weinpresse – das Wahrnehmen der Buketts, das Mundgefühl und Empfinden der Aromen der Probanden von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist. Die als stechend oder viel zu stark empfundene Säure des Einen kann für den Anderen einen knochentrockenen und in seiner Struktur und Eleganz wunderbaren Weißen ausmachen. Dabei sind ganz viele Faktoren mitentscheidend. Von der aktuellen Tagesform über gemachte Erfahrungen und persönlich gegebenen Vorzügen bis hin zu Temperatur des Weines und Glasform. Eine ganze Anzahl von Komponenten spielt eine Rolle. Auch das Benennen und Erkennen von Aromen ist von Mensch zu Mensch durchaus verschieden, spielt doch hier das limbische System – und damit der Verknüpfung von Aromen und persönlichen Erinnerungen – eine große Rolle.

Und schon allein aus diesem Grund würde ich vorziehen meine Meinung über einen verkosteten Wein nicht soweit zu erhöhen, alsdass diese nunmehr die einzige Richtlinie wäre. Lassen wir es dabei, wenn’s recht ist. Weinmeinungen sind – sehr –  subjektiv.

Bild: umbertoleporini / 123RF Stock Photo

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