Weinbotschaft: Was trinken wir? Was passt dazu?

Rehbraten,Bald ist es wieder soweit, das Christkind steht vor der Tür. Endlich, hören wir es aus den Kinderzimmern schallen. Und wahrscheinlich ist bei Ihnen auch schon die ganze Familie neugierig zu erfahren, was es denn zu Weihnachten gibt. Nein, nicht unterm Baum, wir reden von auf dem Tisch. Und vor allem dazu. Denn wir beschäftigen uns heute einmal weniger mit dem Essen, als vielmehr mit dem begleitenden Getränken.

Ich erlaube mir, mit meiner eigenen Familientradition zu beginnen. Bei uns ist das Abendessen am Heiligen Abend immer sehr schlicht gehalten. Da meine ganze Familie in der Gastronomie tätig ist, fällt es schon zeitlich schwer, einen aufwändigen Braten in den Ofen zu schieben. Daher gibt es bei uns geselchte Rippchen und Hauswürstel, die später pochiert werden. Passend dazu immer frisches Bauernbrot, Kren und Senf. Und was passt am Besten dazu? Ein Weißwein, bitte keine Rotweine, wir brauchen hier etwas  Säure. Eine tolle Ergänzung zu diesem Essen sind hier Neuburger und Rotgipfler, diese werden für genussvolle Stunden sorgen. Beide Rebsorten sollten mindestens ein bis zwei Jahre alt sein, damit sich die –geringe, aber dennoch vorhandene – Säure entsprechend einbinden kann.

Viele Familie haben an diesem besonderen Abend wahrscheinlich Karpfen oder Hering. Dabei gibt es zu beachten, welche Intensität die einzelnen Geschmackskomponenten aufweisen und um einen schönen Aromenpartner zu finden, sollte man stets vom intensivsten Teil des Gerichts ausgehen. Meist ist dies die Soße. Bei einem pochierten Karpfen, mit beispielsweise  Salzkartoffeln und Gemüse, würde ich einen einfachen Chardonnay oder Weißburgunder empfehlen. Wenn das Sudwasser intensiver gewürzt wird, vielleicht einen Riesling, einen Smaragd oder eine Reserve. Und wer den Fisch kräftig mit Kräutern intensiviert, kann auch gut und gerne Merlot oder Blauburgunder dazu verpaaren. Beide Rebsorte weisen eine würzige Note auf, die sich mit dem Gericht gut in Einklang bringen lässt.

Für all jene, die den Weihnachtsbraten bevorzugen, dürfen wir nun ruhig etwas weiter in den Tiefen der Kellerregale stöbern. Ein kräftiger Blaufränkisch, vielleicht eine Reserve oder auch der kräftigere Cabernet Sauvignon, wären ideale Begleiter zu solche einem Gericht.

Viele mögen es an diesem Abend aber ganz besonders pompös. Austern und Kaviar werden gereicht. Da passt ein Champagner immer hervorragend. Aber bitte achten Sie darauf, einen zu wählen, der schon ein wenig Reife vorweisen kann, da diese Weine die Säure, die durch die Kohlensäure meist noch verstärkt wahrgenommen wird, um ein vielfaches besser eingebunden haben und so ein harmonischeres Geschmacksbild zeigen. Natürlich darf hier sehr gerne auch auf Schaumweine aus Österreich zurückgegriffen werden. Beispielsweise wäre ein Grand Reserve hier sehr interessant und vielversprechend.

Ach ja, und falls es Sie interessiert, zu den vorweihnachtlichen Weihnachtskeksen lässt sich alles genießen. Warum? Ganz einfach. Bei Keksen handelt es sich meist weniger um eine Mahlzeit als vielmehr um ein Genießen im gesellschaftlichen Umfeld. Es dient dazu, sich mit anderen zu unterhalten und eine gemütliche Zeit zu verbringen. Meist steht da der Genuss von Speis und Trank nach dem Genuss der Gesellschaft und deren Umgang und Emotionen.

Und damit kommen wir zu einem ersten Ende und ich wünsche Ihnen, liebe Leser und Leserinnen eine glückliche und vor allem entspannte Weihnachtszeit und noch viel Vergnügen mit dieser weihnachtlichen Weinpressewoche.

Text: Pe­ter La­di­nig
Bild: 123rf.com

 

 

 

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5