Weinbotschaft: Rosé, ein völlig unterschätzte Farbe

Peter Ladinig und der RosèVor allem im Sommer greifen wir gerne zu den weniger intensiven Weinen, da darf es auch fruchtig und frisch sein. Denn gerade wenn es warm ist, sollte der Wein den Geist erfrischen und nicht die Geschmacksnerven überstrapazieren. In den Sommermonaten greife ich persönlich gerne zu Weißweinen und auch zu dem einen oder anderen Rosé. Roséweine eignen sich für eigentlich jeden Anlass. Egal ob als Aperitif, auf der Terrasse, am Pool oder beim Genuss eines frischen Menüs. Leider wird diese Weinkategorie aber gerne unterschätzt und es wird ihr, zu Unrecht, auch wenig Beachtung geschenkt.

Woher die besten Rosés kommen, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Denn aus allen Ecken und Tälern kommen interessante und spannende Vertreter dieser Kategorie. Als Beispiel sei hier zuerst das Burgenland genannt: Markus Altenburger’s Rosé mit dem interessanten Namen Witzbold ist meiner Meinung nach einer der absoluten TOP-Weine, mit seinen 14 Vol.-% jedoch nur für hart gesott(ff)ene Genießer geeignet. Mit nur 12 Umdrehungen zeigt sich der Rosé aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon vom Weingut Leberl, auch vom Leithaberg, schon leichter und einfacher. Das Weingut Prieler ist bekannt für seine Rotweine aber hier finden wir auch einen Rosé aus den Rebsorten Blaufränkisch und Merlot, ebenso auf hohem Niveau erzeugt. Das Weingut Leo Hillinger hat ebenso einen interessanten Rosé mit viel Frucht und Frische und auch der Perlwein „Rosé Secco Pink Ribbon“ ist eine tolle Erfrischung an heißen Tagen. Abgesehen von der Qualität punktet dieser Wein auch damit, dass die Österreichische Krebsforschung durch die daraus erwirtschafteten Erlöse unterstützt wird. Und auch am Weingut Silvia Heinrich in Deutschkreutz findet sich ein Rosé, der unbedingt probiert werden sollte.

Ein weiteres Paradegebiet für TOP-Rosés ist das Weinviertel. Unter anderem hat das Weingut Pfaffl einen hervorragenden Zweigelt Rosé, der jedes Jahr zu Recht zu den Besten gehört. Das vergleichsweise unbekannte Weingut Fabianek aus Roseldorf präsentiert einen fruchtigen Rosé aus den Rebsorten Zweigelt, Merlot, St. Laurent und Cabernet Sauvignon unter dem Namen „Schmetterling Pink“.

Andere Weingüter wie das Weingut Jurtschitsch (Kamptal), Weingut Schwarz (Weinviertel), Weingut Urbanihof (Wagram), die Domäne Wachau und das Weingut Mauritiushof (Wachau) und natürlich noch viele andere Weingüter aus Niederösterreich haben besondere und vielversprechende Roséweine im Sortiment. Der wohl bekannteste Rosé Österreichs ist aber mit Sicherheit der Schilcher. Schilcher ist ein Rosé aus der Rebsorte Blauer Wildbacher und stammt aus der Weststeiermark. Bekannt für ausgezeichneten Schilcher ist das Weingut Reiterer. Dort hat man gleich mehrere Schilcher im Programm, dabei auch einen Schilcher-Schaumwein, der das Sortiment bestens ergänzt. Schilcherweine sind meist eher einfach und leicht zu genießen und bieten somit angenehmen Trinkspaß.

Rosé-Weine generell sind auch als Speisenbegleiter vielseitig einsetzbar. Sie passen meist gut zu Salaten, die wir im Sommer ja gerne haben, egal ob mit gebratenen Speck mit Croutons oder mit Hühnerbruststreifen. Auch eignen sie sich sehr gut zu fruchtigen und auch cremigen Desserts mit wenig Süße, genauso wie zu leichten Kalbsgerichten. Diese Weine finden sich immer wieder als spannende Begleitung am Tisch. Wie man sieht, ist das Thema der österreichischen Rosés umfangreicher als man denken würde, es sollte wohl von jedem Weingenießer Beachtung erfahren. Glasweise.

Text: Pe­ter La­di­nig
Bild: 123rf​.com

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