Weinbotschaft. Wein und Brot.

Brot und Wein und PicknickSie fragen sich vielleicht wie Wein und Brot zusammen passen? Verständlich, diese Frage stelle ich mir manchmal selber. Doch sobald ich den Bauernladen im Nachbardorf betrete und einmal tief einatme, ist mir wieder klar wie einfach aber auch wie komplex diese Thematik ist. Die Aromen dort sind eine wahre Inspiration. Die verschiedenen Gewürze und Kräuter, der Duft von warmem Brot, hausgemachtem Speck und Würstchen. Dies sind die Momente wo ich am liebsten sofort und auf der Stelle dort einziehen möchte.

Für mich, als Haussommelier der Weinpresse ergeben sich in meinen Kopf gleich eine Vielzahl verschiedener Kombinationsmöglichkeiten. Und ich habe dabei ganz bestimmte Weine im Sinn, sei es ein Chardonnay, ein Sauvignon Blanc, ein Merlot, oder ein Blauburgunder.

Ich denke, Wein und Brot bilden lediglich die Basis für einen kulinarischen Hochgenuss. Und genau diese Basis ist manchmal in Vergessenheit geraten. Aus geschichtlicher Sicht gehören diese zwei Dinge unweigerlich zusammen. Früher, zu Zeiten des römischen Volkes, wurde das Brot in den Wein getunkt. Wir wissen, der Wein war damals ein anderer als wir ihn heute kennen denn damals gab es den Gewürzwein. Man nannte ihn auch „Hypocras“. Darunter verstand man Weine, die mit diversen Gewürzen, mit Kräutern oder Honig versetzt wurden. Man muss auch bedenken, dass die Weintechnik, die Technik der Vinifizierung, bei weitem nicht den heutigen Standards nahekam. Es wurden Grundweine vinifiziert, die dann später entsprechend behandelt wurden um sie bekömmlicher zu gestalten. Da oft Honig beigemengt wurde, kann man vermuten, dass der Wein leicht dickflüssiger war. Nur ein wenig, aber doch. Aber, und dies ist reine Spekulation und keine bewiesene Tatsache, diese Konsistenz war in weiterer Folge wichtig, denn so haftete er besser am eingetunkten Brot. Möglicherweise vergleichbar den heutigen Dipps.

Aber genug von der Vergangenheit, kehren wir zurück in das Jetzt und Hier. Was machen wir heute mit Brot? Oft wird es stiefmütterlich behandelt, denn Brot kann mehr als nur Beilage zu sein. Eine Möglichkeit das herauszufinden wäre das Brot selbst zu backen. Und dann die Kombination Wein und Brot selbst zu testen. Gewürze, Kräuter und die Machart im Einklang ergeben immer wieder unterschiedliche Ergebnisse, das ist ein naturgegebenes Gesetz. Daher muss auch immer ein neuer Wein dazu versucht werden. Es ist unmöglich eine pauschale Antwort zu geben, wie eine mögliche Paarung aussehen könnte. Manchmal passt Chardonnay besser, manchmal sogar Blauburgunder.

Vor geraumer Zeit hatte ich die Gelegenheit bei einem kleinen Weinevent hier vor Ort ein „Winzerstangerl“ eines örtlichen Bäckers zu versuchen. Es war fantastisch. Im Grunde war es aber nur einfaches Vollkornbrot, das mit Speck, Zwiebeln und Trauben verfeinert war. Aber das Geschmackserlebnis war hervorragend.

Unterm Strich kann man aber sagen, dass Burgunderreben immer passen. Diese typische Brotnote, weisen Großteils die Burgrunder wie Chardonnay oder Weißburgunder auf. Aber ebenso können auch reifere Neuburger problemlos mithalten. Jedoch würde ich Ihnen immer zum absoluten Selbsttest raten. Kaufen Sie verschiedene Brotsorten beim Bäcker um die Ecke und versuchen Sie verschiedene Weine dazu. Sie werden erstaunt sein, wie einfach sich diese beiden Faktoren kombinieren lassen.

Text: Pe­ter La­di­nig
Bild: 123rf.com

 

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5