Weinbotschaft. Österreich 2014.

Wein einschenken. Aber in welches Glas?Wie jedes Jahr stellen wir Weinfreunde uns die Frage, wie denn der neue Jahrgang ausfallen wird. Wir zittern mit den Winzern mit, verfolgen deren Einträge in den Social-Media Netzwerken. Die Schreckensmeldungen häufen sich. Die Fachpresse berichtet von Unwettern in den Weingärten der Nation in apokalyptischen Ausmaßen. Aber so traurig es vielleicht klingen mag, die Unwetter sind ein wahrer Segen für den österreichischen Wein. Natürlich, jetzt werden Sie sich vielleicht denken, dieser Kärntner hat wohl schon zu viel getrunken, aber betrachten wir die Situation doch im Detail.

Der Wirtschaftliche Punkt – Die nahe Zukunft
Eines ist bereits gewiss: Auf große Mengen Weintrauben aus heimischen Weingärten können wir nicht mehr hoffen. Dieser Zug ist nach den starken Unwettern und großen Hagelstürmen ganz klar abgefahren. Dies hat – nur logisch – eine weitere Auswirkung auf den Preis des Edelsaftes: Er wird steigen. Aber kein Grund zur Besorgnis, allzu hoch wohl dann auch nicht. Einige Weine werden auf Grund der geringen Menge rasch ausverkauft sein, sofern es sich denn überhaupt lohnt sie zu produzieren. Einige Lagen fallen aber wohl leider zur Gänze weg.

Der Qualitative Punkt
Wenig Menge heißt noch lange nicht geringe Qualität. Das beste Beispiel ist das Jahr 2012, oder noch besser das Jahr 2010. Noch bevor die Weinlese begann, schrieb man den Jahrgang 2010 ab, doch dann kam die große Überraschung. Die Qualität der Weine war so hoch wie schon lange nicht mehr. Und das haben wir nur, weil sich die Winzer anstrengen mussten. Und genau das passiert auch heuer, sie strengen sich ganz besonders an. In solchen Jahren, und auch wirklich nur in solch schwierigen Jahren, zeigen sich die wahren Qualitäten wie Können, Wissen und Feingefühl. Jetzt zeigt sich, wer etwas von seinem Handwerk versteht. Nachdem 2010 nun ein gefeierter Jahrgang ist, wissen wir, welche der jungen Damen und Herren zu den TOP-Winzern gehören. Und nach dieser Erfahrung in einem Ausnahmejahr, kann man ruhig erwarten, dies heuer noch zu Topen.

Der wirtschaftliche Punkt – die ferne Zukunft
Und genau diese hochklassige Arbeit wird sich äußerst positiv auf den heimischen Weinmarkt auswirken. Österreich wird durch hohe Qualitäten wieder einmal international auffallen und die Weine werden dadurch begehrter. Gäste in den Restaurants werden dadurch vermehrt nach österreichischen Wein fragen. National wie international. Und auch ebenso im Weinhandel wird sich dieser Trend zeigen. Dieser Aspekt, die Dringlichkeit und Wichtigkeit diese hohe Kompetenz zu zeigen, das fördert die Weinkultur und bringt sie wieder einen weiteren Schritt, einen wertvollen Schritt, nach vorne. Und ganz nebenbei sind Sommeliers und Gastronomen gezwungen sich wieder aktiver mit der Weinkarte zu beschäftigen. Was längst fällig ist. Und ein weiterer Pluspunkt.

Fazit
Der Jahrgang 2014 ist alles andere als einfach. Gefragt sind Winzer, die ihre ganzen Kompetenzen zu zeigen. Auch wenn wir mengenmäßig wohl eher unter dem statistischen Durchschnitt landen werden, dürfen wir uns doch über tolle Qualitäten freuen. Weine mit viel Extrakt aufgrund der unbeabsichtigten Ertragsreduktion am Weinstock. Dies bedeutet in weiterer Folge auch, eine hohe Langlebigkeit dieser Weine. Kein Stress für uns Sommeliers, dringend diese Weine verkaufen zu müssen. Und Freunden gelagerter und reifer Weine möchte ich daher empfehlen den Jahrgang 2014 zu kaufen, aber nicht sofort zu genießen.

Text: Pe­ter La­di­nig
Bild: 123rf​.com

 

One comment on “Weinbotschaft. Österreich 2014.

  1. gute Einschätzung des jahrganges obwohl hohe Extraktwerte heuer eher nicht dabei sein werden.. #Steiermark #vintage2014

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