Weinbotschaft. Ist doch Glasklar?

Wein einschenken. Aber in welches Glas?Weißweinglas, Rotweinglas, Süßweinglas, Rieslingglas, Burgunderglas und, und, und. Welche Arten von Gläsern es doch gibt, für jede Sorte fast eine eigene. Aber brauchen wir denn wirklich diese Vielfalt? Brauchen wir zig-verschiedene Glastypen oder reichen bereits ganz wenige, oder sogar nur ein einziges? Gut, bleiben wir realistisch. So individuell wie Wein sein kann, ist es vielleicht doch mit einem einzigen „Universalglas“ nicht getan. Aber mit fünf verschiedenen Gläsern könnten wir durchaus für jede vinophile Situation bestens ausgestattet sein. Das glauben Sie nicht? Warten wir’s ab.

Zum einen hätten wir da das ganz klassische Weißweinglas. Mit diesem Glas können Sie die meisten Weißweine bedienen. Egal ob es sich um leichte bis mittelkräftige und vielleicht sogar den einen oder anderen kraftvollen handelt. Dieser Typ Glas eignet sich auch gut um junge, frische Rotweine zu genießen.
Das Bordeauxglas verlangt bereits nach etwas kräftigeren Weinen und sogar kräftige Weißweine mit Reife und Tiefgang entwickeln sich in diesem Glas hervorragend. Natürlich auch kräftige Rotweine mit kraftvoller Fruchtstruktur oder  Holzeinsatz, aber auch für mittelkräftige Rotweine ist dieser Typ Glas der ideale Partner.
Das Burgunderglas eignet sich, wie der Name bereits erahnen lässt, für Weine der Burgunderreben. Dazu gehören auch Weißweine, eher mittelkräftige bis kräftige Vertreter wie Chardonnay, Weißburgunder oder Grauburgunder. Die Weine für diese Glasart sollten einen kraftvollen Körper haben, und idealerweise im Holz ausgebaut sein. Und um auch die roten Burgunder anzusprechen, auch kraftvolle Blauburgunder zeigen sich in diesen Gläsern von ihrer schönsten Seite.
Natürlich darf in keinem gutsortierten Glasschrank ein Süßweinglas fehlen. Die besondere Eignung dieses Gläser für Dessertwein kommt durch die sogenannten Lippe, den obersten Teil des Weinglases. Bei einem Süßweinglas ist dieser Rand leicht nach außen gewölbt, dadurch gelangt der Wein automatisch auf den Teil des Gaumens, der direkter angesprochen werden soll und die Fruchtstrukturen der Süßweine zeigen sich besser.
Last not least brauchen wir noch ein ordentliches Schaumweinglas. Der Kelch sollte nicht zu schmal sein, ein etwas breiterer Kelch hat den Vorteil, dass das Mousseux nicht zu stark auf den Gaumen wirkt. Was wiederum Vorteile für den Genuss hat, man erschmeckt die Frucht des Schaumweines besser und einfacher.

Zu beachten gilt
Beim Weinglas sollte keinesfalls  gespart werden es – muss aber auch nicht über die Maßen viel kosten. Bereits zwischen 5,- und 10,– finden sich brauchbare, teilweise sogar richtig gute Gläser. Ganz wichtig dabei ist natürlich die Form. Die Tulpenform konzentriert die von der Oberfläche des Weines aufsteigenden Aromen genau da wo wir sie auch wahrnehmen können, an unserer Nase. Und achten Sie auch darauf, dass das Glas bzw. der Kelch des Glases etwas elastisch ist. Das ist der einzige Moment, in dem man Weingläser am Kelch anfassen darf, nützen Sie die Chance. Es handelt sich dabei um ein Qualitätsmerkmal. Ein Glas, das ein klein wenig elastisch ist, etwas belastbarer ist, sich ein wenig zusammendrücken lässt, bricht nicht so schnell und Sie haben ein längeres Trinkvergnügen.
Achten Sie auch auf die Höhe des Stils. Ein zu kurzer Stiel bedeutet auch einen geringeren Abstand zwischen Hand und Kelch und damit Hand und Wein. So würde sich der Wein schneller erwärmen, was wiederum nicht erwünscht ist. Etwa 5 cm Abstand sollten daher schon sein. Nehmen Sie einfach den Weinstiel und umfassen Sie ihn, indem sie eine Fast darum bilden. Ist oben und unten noch etwas Platz – gerechnet für Frauenhände, die meist zarter und kleiner als ihre männlichen Pendants sind – dann ist es ideal. Diese Größe passt auch problemlos in jeden Geschirrspüler und Sie müssen die Gläser nicht unbedingt per Hand reinigen.

Text: Pe­ter La­di­nig
Bild: ​123RF.com Stock Photo

 

3 comments on “Weinbotschaft. Ist doch Glasklar?

  1. wieder was gelernt:-)

  2. „Artner“ und „Glassy“ bestätigen seit Jahren, dass man mit 3 verschiedenen Weingläsern eine wirklich gute Weinkarte stilgerecht und genüsslich präsentieren kann ….

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