Weinbotschaft. Die wichtigsten Weißweine Frankreichs. Teil 2

Frankreich und seine Appellationen. Die Weine der Welt.Der erste Teil ist hier zu finden. Über die Weine Frankreichs gäbe es viel mehr zu erzählen, als hier in wenigen Artikeln dargelegt werden kann. Aber ich will die wichtigsten Stile, Sorte und Appellationen ein wenig beschreiben und einen kleinen Überblick verschaffen.

Zentralfrankreich: Sancerre & Pouilly-Fumé
Alle klassischen Weine aus den Anbaugebieten, die unter diesem Begriff vereint werden, sind trockene Variationen des Sauvignon Blanc, doch gibt es deutliche Unterschiede zwischen ihnen: Die dichten Aromes des Sancerre, die Eleganz eines guten Poilly-Fumé, der blumig-frische Charakter des Menetou-Salon, der leichtere, aber ebenso gute Reuilly oder die Klarheit eines Quincy sind Variationen des gleichen Themas. Sauvignon Blanc ist für Zentralfrankreich, was Muscadet für das Pays Nantais bedeutet. Er ist der klassische Wein der Region und wie der Muscadet weiß und trocken. Dennoch könnten diese beiden trockenen Weißweine in Stil und Geschmack kaum unterschiedlicher sein. Einst war dies ein Teil des Herzogtums Burgund, woraus sich der Anbau von Pinot Noir erklärt. Durch die Reblauskatastrophe schrumpfte die Anbaufläche beträchtlich, und bei der Neupflanzung gab man dem Sauvignon Blanc den Vortritt. Vereinzelt gibt es bis heute noch Pinot Noir, der trotz seines feinen Stils nie aus dem Schatten des burgundischen Pinot hervortritt.

Loire: Pays Nantais
Das Pays Nantais, die Weinbaugegend rund um der Stand Nantais, ist das Land des Muscadet. Sévre-et-Maine liefert den Muscadet, die Côtes de Grandlieu, weiter westlich, haben ihre eigene Appellation bekommen, und die Coteaux de la Loire im Norden produziert säurebetonte Weine. Die frostharte und früh reifende Muscadet-Traube ist für das feuchte Klima des Pays Nantais gut geeignet. Sie wird bereits Mitte bis Ende September geerntet, damit ihre Säure erhalten bleibt. Der beste Muscadet-Wein wird bis zur Abfüllung auf der Hefe (sur Lie) belassen. Das verleiht ihm größere Geschmackstiefe und Fruchtigkeit, dazu ein leichtes Mousseaux von der verbliebenen Kohlensäure.

Das Elsass
Eine faszinierende Mischung von französischen und deutschen Eigenschaften prägt diesen nord-östlichen Teil Frankreichs, der vom Rest des Landes durch die Vogesen und von Deutschland durch den mächtigen Rhein getrennt ist. Die Kombination beider Kulturen ist das Resultat von Kriegen und Grenzkonflikten, die diese alte Provinz seit 1648, als der Westfälische Frieden den dreißigjährigen Krieg beendete, gebeutelt haben. Damals erhielt Frankreich die Souveränität über das Elsass, und königliche Edikte 1662, 1682 und 1687 boten jedem kostenloses Land an, der bereit war, zu seiner Leistungsfähigkeit beizutragen, weshalb Schweizer, Deutsche, Tiroler und Lothringer in das Gebiet strömten. Die Reben werden an hohen Drahtrahmen erzogen, um sie vor dem Bodenfrost im Frühling zu schützen. Traditionell werden die Weine so lange wie möglich vergoren, aber viele sind nicht mehr so trocken, wie sie es einmal waren. Das liegt daran, dass die Winzer in den letzten Jahren die Erträge verringerten um den für die neunen Weintypen Vendanges Tardive und Sélection de Grains Nobles vorgeschriebenen höheren Zuckergradationen zu erreichen. Die wichtigsten Rebsorten im Elsass sind Gewürztraminer, Muscat Blanc, Muscat Ottonel, Riesliing, Auxerrois, Chardonnay, Chasselas, Klevner sowie Grau- & Weißburgunder.

Viele dieser Weine sind auch hier in Österreich zu verkosten und das kann ich nur empfehlen Als Quelle wäre hier beispielsweise die Vinothek Laroche, hier im Magazain auch schon bekannt als „Französischer Heuriger“ bei Wiener Neustadt zu nennen. Wir haben schon hier über ihn berichtet.

Text: Peter Ladinig
B
ild: 123rf.com

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