Weinbotschaft. Der perfekte Sommerwein.

Sommer, Provence, Kulinarium, WeinNach den sommerlichen Regenzeiten, die wir so gut kennen, herrscht auch endlich wieder Sommer, Sonne und Badewetter. Natürlich wollen wir, trotz Hitze, nicht auf ein gutes Glas Wein verzichten. Doch was passt am besten zu diesen Temperaturen? Eines wird dabei schnell klar, es muss etwas kühles und kühlendes sein. Weißweine, Schaumweine, vielleicht auch leichte Rotweine. Und da gibt es ein breites Spektrum an Möglichkeiten.

Altbekannte Klassiker
Für gewöhnlich haben wir eine Vorliebe für gewisse Rebsorten oder Gebiete, manchmal auch für bestimmte Winzer und Weingüter. Bei den Rebsorten denken wir im Sommer meist an Riesling, Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc, Welschriesling oder leichte Sommer-Cuvées. Auch aromatische Rebsorten wie zum Beispiel Gelber Muskateller oder Traminer kommen uns hier in den Sinn. Vor allem die Weißweine aus der Wachau in den Bereichen Steinfeder und Federspiel sind zu dieser Jahreszeit eine willkommene Erfrischung. Sauvignon Blanc und Welschriesling, meist aus der Steiermark wo sie sich meist mit frecher und rassiger Säure präsentieren, sind ebenso vielen Leser/innen bekannt.

Roséweine
Ein typischer Sommerdrink sind natürlich auch Roséweine. Stellen Sie sich die Situation wie folgt vor: Sie sitzen am Abend auf der Terrasse, sehen die Sonne, wie sie sich am Horizont absenkt, und die letzten warmen Strahlen Ihre Haut berühren. Am Tisch ein leichter Sommersalat mit in Sesam panierten Putenstreifen. Der nussige Duft umschmeichelt ihre Nase und Sie führen ein angenehmes Gespräch mit ihren sympathischen Tischpartnern. Was würde sich besser anbieten als ein schöner Rosè? Im Aroma meist fruchtig nach Beeren aber dennoch mit deutlich mehr Frische als der große Bruder Rotwein.

Alles schon gehabt?
Dann sollten Sie auf Weine zurückgreifen, die nicht dem Mainstream entsprechen. Und dabei werden Sie auch in allen Ecken Österreichs fündig werden. Versuchen Sie in diesem Bezug einmal einen Muscaris. Die PIWI-Rebsorte schafft Weißweine mit exotischer Frucht, etwas kräftigerer Säure (je nach Lage und Herkunft) und zeigt sich im Gesamten sehr erfrischend. Die Domäne Hirschmugl aus der Steiermark bietet hier sicherlich einen der besten Protagonisten dieser Rebsorte. Sie mögen es doch weniger säurebetont? Dann kann ich Sie beruhigen. Ich persönlich bin ebenso wenig ein Fan von hoher Säure oder säurebetonten Weinen. Am besten greifen Sie dann zum Neuburger. Darüber habe ich hier ja bereits ausführlich berichtet, weshalb ich nicht weiter ins Detail gehen werde. Rotgipfler ist auch eine typische österreichische Rebsorte, die meist in der Thermenregion angepflanzt wird. Die Weine haben meist eine angenehme Säure und ein feines frisch-fruchtiges und leicht blumiges Bukett. Hier sind die Weingüter Johanneshof-Reinisch und Alphart vielleicht besonders erwähnenswert. Interessant ist auch der Frührote Veltliner – auch Malvasier genannt – eine natürliche Kreuzung aus Roten Veltliner und Sylvaner aus Niederösterreich. Er hat nur wenig Säure und deshalb ein sehr mildes Geschmacksbild. Die Weine aus vollständig ausgereiften Trauben erinnern manchmal im Gesamteindruck an einen Weißen Burgunder. Sie  besitzen durchaus Fülle und eine leicht würzige Note, manchmal auch ein honigartiges Aroma. In guten Jahren bei geringen Erträgen können extraktreiche und vollmundige Weine entstehen. Diese Rebsorte ist vor allem für Genießer mit Histamin-Unverträglichkeit empfehlenswert.

Text: Pe­ter La­di­nig
Bild: 123rf​.com

4 comments on “Weinbotschaft. Der perfekte Sommerwein.

  1. Wolfgang Laurent on said:

    Alpharts Rotgipfler als Sommerwein zu bezeichnen; seltsam. Auch der leichteste aus dem Hause Alphart, Rotgipfler vom Berg mit über 13 Alkohol, fällt nicht in diese Kategorie.
    Malvasier für Genießer mit Histamin-Unverträglichkeit zu empfehlen ….; wie kommt der Autor auf die Idee dass speziell diese Sorte weniger Histamin produziert?

  2. Christa on said:

    frühroter veltliner ist histaminarm? da musst du dich wohl verlesen haben beim recherchieren, lieber peter ladinig. eventuell kann man das bei säurebetonten weißweinen annehmen, allen voran GRÜNER veltliner.

    • Peter on said:

      Das tut mir leid. Da habe ich mich irgendwo beim Schreiben vertan. Meinte natürlich den Grünen Veltliner.

  3. Wolfgang Laurent on said:

    Histamin hat kaum etwas mit Sorte zu tun: Säurereiche, fruchtbetonte Sorten, kein BSA, absolut gesundes Traubenmaterial, keine Botrytis sind die garanten für wenig Histamin.
    Ausschlaggebend für den Histamingehalt ist nicht die Sorte, als vielmehr der von Laktobazillen abhängige biologische Säureabbau. Der Säureabbau ist nämlich die Hauptursache für den Histamingehalt im Wein. Bei einer sorgfältigen Hygiene und bei der Verwendung geeigneter Starterkulturen entstehen auch weniger unerwünschte Bakterien und damit auch weniger Histamin.

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