Wein vom Schieferstein

René Kolleger & Walter Polz  © Josef KrassnigZum dritten Mal fand Ende April 2016 die »Sausal Revolution« statt. 25 Weingüter aus dem hochgelegenen und historisch bedeutsamen Weinbaugebiet Sausal in der Südsteiermark präsentierten ihren aktuellen Jahrgang und luden zum Tanz.

Herausragend ist das südsteirische Weinbaugebiet Sausal einerseits aus geologischer Sicht, weil hier sprichwörtlich pure Schiefergestein-Steillagen aus dem Muschelkalk der umliegenden Südsteiermark ragen. Herausragend ist es andererseits aus stilistischer Sicht, weil seine Weine sich bodenbedingt spürbar absetzen und unverkennbar gebietstypisch präsentieren. Und herausragend ist es drittens, weil seine Winzerschaft jung und energiegeladen ist und in einer guten Gemeinschaft einen starken Zug nach vorne beweist. Anlass für diese Sausal Revolution in Kitzeck.

Würze geht vor Fruchtigkeit. Lebensfreude vor steifem Degustieren.
Das ist das Motto der 25 inspirierten Sausaler Winzerinnen und Winzer, die für dieses aufstrebende Gebiet stehen. 300 Gäste sind ihrer Einladung in den Weinhof Kappel in Kitzeck gefolgt, haben nachmittags die Weine von Weingut zu Weingut konzentriert verkostet und im Anschluss mit Raritätenweinen aus der Großflasche bis spätnachts getanzt. Das Sausal rockt! Dass es dies inzwischen auch international tut, beweist die Präsenz seiner Weine auf den Weinkarten kleiner bis großer Restaurants wie dem Heston Blumenthal in London, Hof van Cleve in Kruishoutem/Belgien, La Pergola in Rom oder dem Fischers Fritz in Berlin.

Am Vormittag der Sausal Revolution hatten die zehn federführenden Winzer Michael Gerngross, Hans Peter Temmel/Felberjörgl, Hannes Harkamp, Michael Pronegg/Lorenz, Walter Polz, Stefan Schauer, Johann Schneeberger, Reinhold Holler/Silberberg, Rainer Hack/Warga-Hack und Gerhard Josef Wohlmuth zu einer exklusiven Verkostung für die Presse mit anschließendem Degustationsmenü zu Tom Riederer ins T.O.M. R nach St. Andrä geladen. Viele Journalisten und Weinkenner sind diesem Ruf gefolgt.

Die Stilistik.
Es sind immer die Schieferböden, die über den Rebsorten stehen und deutlich erkennbar sind. Demzufolge sind die hier typischen Rieslinge, weißen Burgundersorten, Sauvignon Blancs und Gelben Muskateller stets feingliedrig, von eindrucksvoller und salziger Mineralik und mit einer tiefen Rauchigkeit unterlegt. Die Rebstöcke wurzeln tief und ringen den steinigen Böden ihre spärlichen Nährstoffe ab, was seinen Ausdruck in den straffen und gut strukturierten Weinen findet. Sie zeichnen sich zudem durch eine sehr lange Reifefähigkeit aus.

Das Sausal.
Die 380 Hektar Sausaler Weingärten, die auf bis zu 650 Höhenmetern liegen, suchen ihresgleichen und unterscheiden sich vor allen Dingen auch geologisch vom Rest der Südsteiermark. Ihre Böden sind karg und bestehen zu 85 % aus Schiefer und zu 15 % aus Muschelkalk in den tieferen Lagen. Aufwendige Handarbeit ist in einem der steilsten Weinbaugebiete Europas eine unumgängliche Selbstverständlichkeit. Belohnt werden Winzer und Weinliebhaber mit extrem mineralischen Weinen. Sie sind besonders straff und salzig und beeindrucken durch intensive rauchige Schieferaromatik und Würze.

Quelle: Havel&Petz/Sausal Revolution
Bild: Josef Krassnig

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