Savoir vivre an Weihnachten

Wine Food Pairing

Wie überall auf der Welt, wird auch in Frankreich das Weihnachtsfest sehr individuell gefeiert. Jede Region hat ihre Besonderheiten, doch in Einem sind sich alle einig: Das traditionelle Weihnachtsessen findet für die Franzosen meist im Kreise der Familie oder Freunde statt und ist ein kulinarisches Sinnenfest sondergleichen. Warum? In Frankreich besteht das Weihnachtsessen traditionell aus sieben Gängen und 13 Desserts! Am Weihnachtsabend wird das traditionelle mehrgängige und mehrstündige Festmahl zubereitet, das die Franzosen „Le réveillon“ nennen.

Ein Aperitif macht den Anfang: ein Pastis, ein Martini oder ein anderes geeignetes Getränk, das oft von Oliven oder Chips begleitet wird. So ist jeder bestens eingestimmt auf all das Schöne, das Genussvolle, was kommen wird. In der Regel eröffnen Austern auf Salat, eventuell arrangiert mit Räucherlachs, den lukullischen Reigen. Dazu vielleicht ein herber Weißwein, fein harmonisch zum Fisch. Darauf folgt der Foie gras, die Gänsestopfleber, die mit einer pikanten Zwiebelkonfitüre oder einem Himbeerpüree verzehrt wird. Mit geröstetem Toast und einem lieblichen Weißwein wird dieser Gang abgerundet. Und mehr eine Augenweide ist schließlich der mit Maronen gefüllte Truthahn, die sogenannte ‚dinde aux marrons‚. Sie ist mancherorts die Hauptattraktion des Weihnachtsessens; in anderen Regionen finden wir stattdessen Lamm- oder Rinderbraten, einen gefüllten Kapaun oder auch die Ente à l’orange. Verschiedene Gemüsebeilagen und ein aromatischer Rotwein runden diesen Gang ab. Je nach Region findet zum vorläufigen Abschluss noch das eine oder andere Fischgericht einen Platz auf der Tafel. Und das krönende Ende der Hauptgerichte bildet eine Platte mit ausgesuchten Käsen, die mit Butter und Brot gereicht wird.

Während bei uns in Österreich zur Nachspeise ein Dessert gereicht wird, pflegen die Franzosen eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht! Die ‚bûche de Noël‘, eine rechteckige mit Schokolade überzogene Biskuitrolle in Form eines abgesägten Baumstamms, ist dabei als Dessert verpflichtend. Das hat einen bestimmten Grund. In alten Zeiten ließen die Franzosen an Heiligabend einen dicken Holzscheit langsam im Kamin verbrennen, um dann die Asche an den Weihnachtstagen auf einem Feld zu verstreuen. Das sollte Glück und eine gute Ernte bringen. Traditionell wird heute stattdessen ein Kuchen gebacken, optisch angelehnt an den Baumstamm. Die gebackene Version der ‚bûche‘ ist besonders schmackhaft und findet eine würdevolle Umrahmung in den übrigen Dessertelementen, die ebenfalls einen symbolischen Charakter haben. Sie sind dem letzten Abendmahl Jesus Christus‘ mit seinen zwölf Aposteln gewidmet und bestehen aus Fougasse, also Pfannkuchen, weißem Haselnussnougat und Pistazien sowie schwarzem Nougat mit Honig. Auch getrocknete Feigen und Rosinen finden sich auf der französischen Tafel; Mandeln, Nüsse, Datteln, verschiedene Obstsorten und ein Kürbiskuchen reihen sich ein.

Am 25. Dezember gibt es dann erneut ein großes Festessen, Familie und Freunde finden sich ein, und es wird ebenso reichhaltig aufgetischt wie tags zuvor. Außer in den Regionen Elsass und Lothringen gibt es in Frankreich nur einen Weihnachtsfeiertag. Der 26. Dezember ist im übrigen Land wieder ein ganz normaler Arbeitstag.

Um ein traditionelles französisches Weihnachtsessen zu kreieren, muss man freilich nicht unbedingt nach Frankreich fahren. Es bedarf nur einen kleinen Reise nach Markt Piesting, unweit von Wien, Richtung Wiener Neustadt. Dort führt seit eingen Jahren Louis-Pierre Laroche sein französisches Delikatessengeschäft, indem sich nicht nur exzellente Weine und Spirituosen finden lassen, sondern auch viele Zutaten und Speisen, die für eine typische französische Weihnachtstafel unentbehrlich sind, etwa Pasteten, Honig und Gewürze oder auch kandierte Früchte oder Schinken. Der Gastgeber berät nicht nur feinsinnig, sondern weiß auch um die Bedeutung der Speisen und Getränke, so dass einer authentischen französischen Lebensart und einem kulinarischen Weihnachtsfest nichts mehr im Weg steht. In jedem Fall eine lohnenswerte Entdeckungsreise! So lässt es sich genussvoll leben wie Gott in Frankreich!

Mehr Information unter: www.laroche.co.at

Text: Kathrin Bürger
Bild: Laroche

 

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