Die Bierecke: Very British und doch Österreichisch.

very BritishÜber den Umweg Amerika fanden die britischen Bierstile mit der Bewegung der Craft-Breweries Einzug in Österreich. Wurden die klassischen britischen Bierstile bisher fast ausschließlich in Irish-Pubs ausgeschenkt, werden diese in den letzten Jahren mehr und mehr von Klein- aber auch Hobbybrauern in Österreich gebraut.

Zum Unterschied zu unseren heimischen Bierstilen sind diese Biere ausschließlich obergärig vergoren. Das bedeutet, dass sie bei einer Temperatur von 15 bis 20 Grad vergoren werden und die Hefe während des Gärvorganges obenauf schwimmt. Die Hefe sorgt auch dafür, dass diese Biere in der Nase oft einen sehr fruchtigigen Eindruck  hinterlassen. Außerdem werden diese Biere oft hopfengestopft. Was wiederum meint, dass nach der Hauptgärung noch einmal Aromahopfen zugegeben wird. Durch die niedrigere Temperatur lösen sich kaum Bitterstoffe, dafür die oft sehr fruchtigen und blumigen Aromastoffe.

Geschichtlich sind zwei Bierstile ganz besonders mit der Geschichte des Empire verknüpft. Einerseits das Porter, das wie der Name es schon verrät das Bier der Lastenträger war. Als Vorläufer des Stout ist es diesem nicht unähnlich. Doch für die schwere Arbeit musste es viel Energie liefern und so hat es mehr Restsüße, die zu angenehm karamelligen Geschmacksnoten führt. Andererseits haben wir das India Pale Ale für die Seefahrer. Sehr stark eingebraut und gehopft war es die beste Voraussetzung um damit die langen Seefahrten nach Indien unbeschadet überstehen zu können. Ursprünglich war angedacht, das Pale Ale mit Wasser zu strecken, den Seefahrern schmeckte das starke Bier allerdings so gut das dies wahrscheinlich nur selten bis nie wirklich geschah.

Pale Ale
Herb, hell- bis kupferfarben mit ausgeprägten Hopfenaromen. Bringt würzige Fleischgerichte und Käse aber auch fruchtige, süße Desserts perfekt zur Geltung.
India Pale Ale
Ähnlich dem Pale Ale allerdings im Alkoholgehalt stärker und noch intensiveren Hopfenaromen. Passt zu sehr würzigen bis scharfen Salaten, Fleischgerichten und Käse aber auch zu fruchtigen süßen Desserts.
Strong Ale
Dunkler und fruchtiger als das Pale Ale, mit einem noch etwas höherer Alkoholgehalt als das India Pale Ale. Ist der perfekte Begleiter zu Lamm- und Rindersteaks aber auch zu würzigen Braten und Wild. Spannend ist auch die Paarung mit .Lebkuchen und Pralinen
Red Ale
Das Red Ale ist dem Pale Ale sehr ähnlich, durch den Einsatz von Karamellmalzen ergeben sich leichte Karamellnote und eine rötliche Farbe. Geschmacklich ist es die perfekte Ergänzung zu Meeresfrüchten und gegrilltem Fisch aber auch beispielsweise zu Rotschmierkäse.
Porter
Sehr dunkel mit milden Karamell- und Röstaromen passt es zu Gerichten mit Lamm, Rind, Wild oder auch Pilzen. Die Röstaromen ergänzen sich perfekt mit Gegrilltem und Schokoladendesserts.
Stout
Tiefschwarz mit cremefarbener Schaumkrone, intensive Röstaromen  nach Kaffee und Schokolade harmonieren perfekt mit würzigen und geräucherten Speisen aber ebenso mit Schokoladedesserts und Vanillepudding.

Text: Karin Vouk
Bild: Vouk

2 comments on “Die Bierecke: Very British und doch Österreichisch.

  1. Sehr schöner Artikel – laut Bierpapst Conrad Seidl ist es aber eine urban legend, dass das Pale Ale am Empfangsort wieder gestreckt hätte werden sollen.

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