Vom Harz zum Hopfen: Waldbier 2015 aus Fichtenharz

Geerntet wurde das Fichtenharz in einem naturbelassenen Fichtenblockwald der Bundesforste auf rund 900 Meter Seeehöhe hoch über dem Traunsee. Dabei wurde bereits ausgetretenes Fichtenharz gewonnen, das sich in Harzklumpen gesammelt hatte. In dem Fels durchsetzten Blockwald führen Felsbewegungen und herabstürzende Steine immer wieder zu Verletzungen an den Bäumen, die durch das Harz auf natürliche Weise wieder verschlossen werden. „Dabei kann das Harz von hellrosa über bernsteinfarben bis dunkelbraun unterschiedliche Färbungen annehmen, die von Witterungseinflüssen wie Wärme, Kälte oder Pollenflug abhängig sind“, so der Wald- und Forstexperte. „Auch Bernstein ist – anders als es sein Name vermuten lässt – kein Stein, sondern versteinertes Harz urzeitlicher Nadelbäume.“ In verschiedenen Gewerben war Baumharz lange Zeit ein wichtiger Rohstoff. „Harz galt als begehrtes Naturprodukt. Es zeichnet sich durch seine dichte, klebrige Konsistenz und hohe Brennbarkeit aus und war ein wichtiger Rohstoff etwa zum Abdichten im Schiffsbau oder in der Fassbinderei. Auch in der Volksmedizin wurde es für Salben oder Umschläge verwendet“, weiß Freidhager. Zu den wichtigsten Harzbaumarten zählen Kiefern, Lärchen, aber auch Fichten und Zirben.

Das Waldbier 2015 „Fichte“ schließt den fünfjährigen Zyklus an Nadelbäumen nunmehr ab. Seit 2011 wurden fünf Waldbiere mit jeweils anderen Baumarten und Zutaten gebraut: Den Auftakt machte die Tanne aus ÖBf-Wäldern am Salzburger Hochkönig 2011, gefolgt von der Zirbe aus ÖBf-Wäldern im Tiroler Radurschltal (2012), der Lärche aus ÖBf-Wäldern in Bad Aussee (2013) und schließlich der Schwarzkiefer aus ÖBf-Wäldern bei Hinterbrühl im Wienerwald (2014). „Mit dem Waldbier bringen wir den Wald in die Wohnzimmer und auf den Speisetisch“, zeigt sich Freidhager um stets neue Ansätze zur Naturvermittlung bemüht. „Das ätherische, dezent-würzige Gourmetbier passt besonders gut zu kräftigen Gewürzen und Speisen wie Wild, Räucherfischen, Pilzgerichten, aber auch zur Asia-Küche“, empfiehlt Axel Kiesbye.

Das neue Waldbier 2015 „Fichte“ wird voraussichtlich ab Oktober erhältlich sein. Wie bisher wird es in limitierter Auflage hergestellt und in Gourmet-Flaschen zu 0,75 l und 033, l abgefüllt. Aufgrund seines hohen Alkoholgehalts von 7,2 % verfügt das Waldbier über eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und kann – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – als Jahrgangsbier gesammelt und mehrere Jahre gelagert werden. Die Waldbier-Sorten der Vorjahre sind nahezu ausverkauft und nur mehr vereinzelt erhältlich.

Text: Apa/ Kathrin Bürger
Bild: ÖBf/ Wolfgang Simlinger

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