Thomas Perger. Auf dem Weg nach oben.

Thomas Perger, CarnuntumTeil I finden sie hier.

Auf 9 ha Weingärten baut der Winzer viel Qualität an. Er verkauft etwa die Hälfte des Traubenmaterials an namhafte Kollegen des Carnuntum, Gerhard Markowitsch beispielsweise kauft hier zu. Effektiv genutzt für die eigenen Weine werden etwa 4 ha. Daraus entstehen 20.000 Flaschen jährlich, deren Vertrieb meist ab Hof oder durch die drei von der Familie betriebenen Heurigen vorgenommen wird. Der junge Weinmacher legt großen Wert auf seine eigenen hohen Qualitätsstandards. So wird die Lese ausschließlich per Hand vorgenommen, nach einer intensiven Grünernte, wo mehr als die Hälfte des Materials am Boden landet. Schon seit 25 Jahren wird der Weingartenboden begrünt und auch natürliche Düngung und der weitest mögliche Verzicht auf Spritzmittel, sind Teil seines Konzeptes. Ob der Weg wirklich in einen biodynamischen Betrieb führen wird, ist aber noch mehr als unklar. Der talentierte Winzer erzählt von seinem Ansatz, der sich auch nicht nur um den strikt per Refraktometer gemessenen Zustand der Trauben dreht. Viel wichtiger ist ihm die Optik und sein eigenes Gespür für die Reife und den Zustand der Trauben und seiner Weingärten. Die so erzielten Mostgewichte bis 19° sind für seine Weine ideal und geben seiner Strategie wohl recht.

Thomas Perger, CarnuntumVom Pergerschen Weingut kommen eine Vielzahl an Produkten. Manche im einfachen trockenen Bereich, andere spannend komplex und in der Region der fein-fruchtig-würzigen Gewächse angesiedelt. Bei den Weißen reihen sich die nachdrücklichsten Sorten, in erster Linie Weissburgunder und Chardonnay, zu anderen wie Grüner Veltliner und Welschriesling. Der Ausbau erfolgt ausschließlich im Stahltank, dabei macht der Winzer keine Kompromisse.  Bei den Roten liegt der Fokus ganz klar auf der Leitsorte Blaufränkisch, darin sieht Thomas Perger seine ganz private Herausforderung. Der Zweigelt, der nebenher auch produziert wird, ist im besten Fall ein Nebenschauplatz. Die Ausbauvarianten der Wahl sind das gebrauchte Barrique und das große Holzfass; neues Holz wird man hier vergeblich suchen – diese Stilistik sei passé, meint Perger auf Nachfrage. Aber die Zeit die sie brauchen, will er seinen Roten schon geben, der Blaufränkisch darf ein Jahr im Fass verbringen, bevor er abgefüllt wird. Dinge wie offene Maischevergärunghändisches Unterstossenbiologischer Säureabbau  und ähnliches sind hier nicht fremd. Und auch mit den Preisen ist das Weingut am begrünten Boden Niederösterreichs geblieben, hier beginnt die Spanne bei etwa € 5,- und geht hinauf – bei den Primeurs – bis etwa € 15,-.

Die früheren, oft so erfolgreichen Verkostungen der gebrannten Produkte des Weinguts hätten ihn schon motiviert hier weiterzumachen, allein der zeitliche Horizont sei sehr eng, meint Perger. Der Betrieb sei zu klein für eine solch ausgeweitete Produktpalette und aus diesem Grund hätte er die von A-la-Carte hoch bewertete Produktlinie der Schnäpse und Weinbrände aufgegeben und konzentriere sich nun ganz auf die Weine.  Was seinen Fans nur recht sein kann.

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