Nix für Toastbrotesser.

Brot. Die Überschrift spricht für sich. So wie das Brot vom Hersteller beschrieben wird, passt es besser zum Steak oder zum Grillwürstel als zum Frühstück. Nix für Leute, die wenig Geschmack wollen, eher etwas für die Mitglieder des Clubs für Zungenodergaumenexplosionsliebhaber. Warum ich drüber schreibe? Weil die Bäckerei (Sie können leicht selber feststellen, von wem es kommt) eine Presseaussendung lanciert hat und mir die Beschreibung, das Geschmackserlebnis, sehr einprägsam war. Leider wollte dort niemand unsere Anfrage bezüglich weiterer und tiefergehender Informationen aufnehmen. Aber in der Folge möchte ich Ihnen trotzdem das verbale Erleben des Gaumenabenteuers nicht vorenthalten.

Geschmackvolles, malziges Roggenmischbrot aus bekömmlichen Natursauerteig mit Roggenvollkorn (Hier folgt im Original ein Rufzeichen, weil wir keine Werbetexter sind, wollen wir das aber weglassen). Die kräftige Kruste, durch die lange Backzeit, macht dieses Brot zu einem Genusserlebnis der besonderen Art und macht es über Tage hinweg genießbar (Detto). Der besondere Clou sind die eingebackenen Kalamata Oliven aus Griechenland, die dieses Brot ideal zu Gegrilltem oder sonstigen Fleischgerichten machen. Beste natürliche Zutaten, langes Teigruhen und Handarbeit sind die Mischungen, die die „Bullenkruste“ zu dem guten Brot machen – mit einer knusprigen Kruste, saftiger Krume, gehaltvoll und würzig.

Ich selber bin ja ein großer Fan guten Schwarzbrotes, hier habe ich das auch schon einmal dargelegt. Ob man aber die vorliegende Beschreibung, so wie sie ist, für voll nehmen kann, würde ich ohne nähere Erkundung nicht unterschreiben. Und der Bäcker bäckt ja auch noch selber und mit eigenen Händen. Das wäre wieder einmal ein Fall, wo Handarbeit ja angeblich das geschmacklich bessere Produkt liefert. Aber warum ist das bei Brot der Fall? Sollte das nicht an Variablen wie Mehlqualität und Jahrgang liegen? Oder der Qualität der Mitarbeiter, der Gewürze, der Maschinen? Oder des Rezeptes?

Der angeführte Bäckermeister gibt seinem Teig Zeit zu ruhen, damit sich der Geschmack voll entfalten kann und formt ihn dann von Hand. Sagt er. Jedes einzelne? Na, viel Vergnügen. Und er bäckt nach traditionellen Rezepten. Da wäre es interessant  einmal nachzufragen, wie Brot vor zwei-, dreihundert Jahren geschmeckt hat. Als Salz noch ein echtes Luxusgut war. Biss für Biss.

Text: Gregor Klösch
Bild: 123rf.com

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5