Frisch gemahlen oder falsch gespart.

Die Kaffeemühle ist eines der wichtigsten Arbeitsgeräte beim Kaffeemachen.Um auch wirklich in den Genuss des ganzen Aromas der Kaffeebohne zu kommen, reicht es nicht aus die beste Qualität des Rohstoffes zu kaufen. All jene, die sich mit der Thematik schon so ausgiebig beschäftigt haben, wie ich es getan habe, werden mit zustimmen: Einen ganz großen Anteil daran, ein wirklich gutes Produkt in die Tasse zu bekommen, hat die Zubereitung. Wir wollen und heute mit der Mahlung beschäftigen.

Ganz gleich welche Zubereitung Ihren Zuspruch findet, eines haben sie alle gemeinsam. Das frische Vermahlen der Bohnen ist die Basis für das gelungene Aroma in der Tasse. Beim Ankauf einer Espressomaschine kommt zum Kaufpreis  nun auch noch die notwendige Mühle dazu. Frisch mahlen tun sie alle, jedoch die meisten viel zu schnell. Preisgünstige Geräte kompensieren die mangelnde Kraft des Motors mit Geschwindigkeit. Diese liegt meist bei 1000 oder gar 1400 Umdrehungen pro Minute und übersteigt das Optimum von 400 Umdrehungen um ein Vielfaches. Dies wirkt sich nachteilig auf das Aroma aus, da das Kaffeemehl erwärmt wird. Wenn auch noch die Qualität der Mahlscheiben nicht perfekt ist, führt es sogar dazu, dass der Kaffee bitter schmeckt. Schlechtes oder abgenutztes Mahlwerk zerquetscht die Bohnen entlang der Zellwände und verhindert damit den vollen Gewinn der Aromastoffe. Zudem gelingt dadurch auch keine volle Cremabildung beim Espresso. Sie erkennen abgenützte Mahlscheiben an einem ungleichmäßigen Mahlgut, das heißt,es finden sich grobe und feine Teile in der Körnung. Der richtige Mahlgrad kann nicht mehr eingestellt werden.

Bitte beachten Sie auch, dass bei jedem Mahlvorgang Wärme entsteht und die Umgebungswärme auch ihren Teil dazu beiträgt dass die in der Bohne enthaltenen Öle leicht ranzig werden und den Kaffeegeschmack beeinträchtigen. Durch die Verwendung des Reinigungsmittels Grinds, welches jeden zweiten Tag angewendet wird können sie das Zerlegen und Auspinseln der Mühle auf zumindest einmal im Monat reduzieren, unabhängig von der produzierten Tassenanzahl.

Der Bohnenbehälter sollte bei längerer Stehzeit entweder leer oder gefüllt sein, damit ein Ausrauchen verhindert wird. Es gibt viele gute und schöne Espressomaschinen, jedoch nur wenig gute Kaffeemühlen, die außerdem auch noch meist etwas teurer sind. Für alle anderen Zubereitungsarten können sie auch günstigere Geräte kaufen, die zwar die gleichen Kriterien erfüllen, jedoch nicht so fein mahlen müssen.

Frisch und richtig zu mahlen, ist, neben der guten Bohne, der Grundstock für einen gelungenen Kaffeegenuss. Ganz sicher ist es der falsche Platz zu Sparen – zumal die guten Mühlen sehr lange halten und es sich somit auch um eine sehr langfristige Investition handelt.

Die günstigste und gleichzeitig auch die beste Art Kaffee zu mahlen findet allerdings sich in der Handmühle – ja, ich gestehe, ich bin auch zu bequem.

Text: Peter Steininger
Bild: Steininger

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5