Service is our success

Skopik und Lohn, WienSkopik & Lohn, 2. Bezirk in Wien. Alles kein Problem.

Was mich persönlich begeistert hat, beginnt mit der sympathischen Begrüßung am Telefon und endet, ganz allgemein, mit einer ganz speziellen Haltung, die mir als Gast entgegengebracht wird: Es gibt kein Problem, es gibt Lösungen. Wenn ich dachte, es wäre problematisch, an einem Freitag Abend anzurufen um 30 Minuten später einen Tisch zu haben, dann habe ich nicht mit Skopik & Lohn gerechnet. Soviel ist sicher.

Womit ich auch üblicherweise nicht rechne, wenn ich ein Lokal betrete, ist die entgegenkommende Begrüßung und die drei bis vier Servicemitarbeiter, die uns umschwirren wie Honigbienen sobald wir das weitgehend gefüllte Lokal betreten haben. Die angekündigte kleine Wartezeit ist letztlich nicht existent, denn fast sofort können wir unseren Platz einnehmen und im Nu sind wieder die Bienen da um unser Leben erträglich und schön zu gestalten. Selten habe ich einen Service dieses hohen Anspruchs gesehen, jeder Wunsch wird wahrgenommen, jeder Bitte – soweit im Bereich des Denkbaren – entsprochen. Und Nachsatz – niemals ohne aufdringlich zu sein.

Einzig der laufende Fernseher im Foyer ist zumindest bemerkenswert wenn nicht eigenartig zu nennen. Einmal weil er in ein Lokal dieser Klasse so gar nicht passt und andererseits weil die Lichtquellen in diesen Räumlichkeiten so oder so mit spärlich schon übertrieben beschrieben sind – ich hatte Mühe die Schönheit meiner charmanten Begleitung gebührend zu würdigen, einfach weil ich sie kaum sah – und die Helligkeit des Bildschirms in diesem Fall noch einen Tick aufdringlicher ist.

Dass die Speisekarte übersichtliche Züge hat, ist aus meiner Sicht eine gute Sache. Nichts hasse ich mehr, als eine wahllose Aneinanderreihung von Möglichkeiten, ohne Konzept und  Qualitätanspruch. Das Motto hier lautet: Was gekocht wird, hat Stil und Klasse. In dieser Region bewegt sich auch die Weinkarte, die einen repräsentativen Querschnitt österreichischer und französischer Winzer bietet. Ob Weiß, ob Rot, hier sollte jeder seinen Speisenbegleiter finden. Wir selber begnügen uns mit einem Pinot. Die einzige Anmerkung, die hier einzufügen wäre, ist der Wunsch, auch den einen oder anderen Flaschenwein glasweise zu bekommen – nicht immer möchte der Gast eine ganze Flasche leeren (Die salomonische Lösung des Kellners war in diesem Fall, die angebrochene Flasche einfach mitzugeben um sie am folgenden Tag weitergenießen zu können).

Der als Vorspeise bestellte Salat erfüllt alle Kriterien an Frische und Optik. Mit gutem Öl und einem Hauch Fruchtessig öffnet er den Magen und macht uns neugierig auf die in der weiteren Folge präsentierten Künste der Küche. Unser Hauptgang besteht einerseits aus geschmortem Kaninchen mit kandierten Zitronen und Parmesan und andererseits aus Pasta mit Oliven, Basilikumnage und Ziegenfrischkäse. Beides widerspiegelt durchaus den hohen Qualitätsanspruch des Küchenchefs. Butterzart, das Kaninchen, die kandierten Zitronen sind der perfekte Oberton zum dunklen Fleisch und die Pasta zeigt erfolgreich die Reminiszenzen des Küchenconnoisseurs an Italien und zur süditalienischen Küche. Fein bröckelt der Ziegenkäse über die Basilikumnage und die Pasta ist auf dem Punkt. Soweit, so befriedigend, keine Frage. Denn auch das Flottante, vom aufmerksamen Kellner  selbständig auf zwei Personen aufgeteilt, entspricht den hohen Erwartungen völlig und rundet ein tolles Essen zu einem kulinarischen Erlebnis ab.

Nun ist nicht immer alles so toll wie es aussieht, die eine oder andere Kleinigkeit findet sich manchmal, quasi das Haar in der Suppe. In diesem Fall könnte man hier beispielsweise den Kaffee anführen. Er macht dem Haus keine Ehre, die Maschine zu heiss eingestellt, zu viel Säure, geschmacklich eindimensional. Auch hier möchte ich auf einen Weinpresse-Artikel verweisen, der beschreibt, wie man auch mit dem Konzept Espresso umgehen könnte. Daß die Bohnen ein Erzeugnis eines Freundes des Chefs sind, erfahren wir auf Nachfrage nach der Marke, es liftet die Qualität aber nicht weiter. Man könnte als zweites Haar auch noch einmal die fast beängstigende Dunkelheit anführen – hier stößt offensichtlich auch der hilfsbereiteste Servicemitarbeiter an seine Grenzen.

Aber neben den genannten Suppenhaaren – der Eindruck, den wir beim Verlassen des Lokals mitnehmen dürfen ist weitestgehend positiv. Design der Lokalität, Qualität der Kulinarik, Weinauswahl und der ganz besondere Service am Tisch überzeugen in jedem Fall. Sehen sie selbst.

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