677823_web_R_K_by_Silvio Schulze_pixelio.deDer Winter ist kalt. Wir sind angehalten, uns von innen zu wärmen, wenn es von außen schon versagt bleibt. Im Winter ist die heimische Gemüsepalette nicht ganz so abwechslungsreich und nach vielen „darbungsreichen“ Wochen können wir Kohl schon langsam nicht mehr sehen. Doch ist es nach wie vor nur eine Frage der Zubereitung, dass es uns nicht fad wird, sondern wir uns noch immer erfreuen können. Beispielsweise Sauerkraut!

„Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut. Holdselig sind deine Gerüche“, besang Heinrich Heine in „Deutschland. Ein Wintermärchen“ dieses vitaminreiche Gemüse. Noch zu Zeiten unserer Großmütter und Großväter standen auf den Küchenherden immerzu bis Ende März die Kohl-Kochtöpfe auf dem Herd und Sauerkraut war eine der Winterspezialitäten überhaupt. Nicht nur aus lukullischen Gründen, sondern vor allem aus ökonomischen. Heutzutage gibt es kaum noch Menschen, die in ihrer Freizeit selbständig ihr Sauerkraut produzieren und über den Winter immer wieder eine Portion davon herrichten. Erinnern wir uns nur an Witwe Bolte, die, um ihr Liebstes von Max und Moritz gebracht, nun ihre Hühner zubereitete und sie um eine schöne Zugabe vom Sauerkraut ergänzen wollte.

„Eben geht mit einem Teller Witwe Bolte in den Keller Daß sie von dem Sauerkohl Eine Portion sich hole, Wofür sie besonders schwärmt, Wenn er wieder aufgewärmt.“

Wie man weiß, blieb am Ende Witwe Bolte nurmehr ihr Kraut, die Hühner waren bereits von Max und Moritz stibitz worden.

In memoriam Witwe Bolte und auch, weil es gesund ist, möchte ich eine Hommage an das Sauerkraut richten und uns dieses (und eine schöne Bratwurst mit Erdäpfelpüree) wärmstens, also auch passend für die kalte Jahreszeit, empfehlen.

750g Sauerkraut 2 Zwiebeln ½ Knoblauchzehe ½ Apfel (säuerlich) 30g Butter zum anschwitzen 3EL Zucker 225ml halbtrockenen Riesling 375ml Gemüsebrühe ½ Lorbeerblatt 9 Wacholderbeeren 3 Gewürznelken 1 Bund Petersilie Salz, Pfeffer, Zucker

Zuerst wird das Sauerkraut gewässert, in der Zwischenzeit sind die Zwiebeln, die Äpfel und der Knoblauch zu schälen, zu schälen, zu halbieren und in Scheiben zu schneiden. Diese dann in der Butter glasig anschwitzen und den Zucker zugeben, alles leicht karamellisieren lassen. Nun das Sauerkraut abgießen und auspressen, 2/3 zu der Zwiebelmischung geben und nochmals anschwitzen. Mit dem Weißwein ablöschen und leicht anköcheln lassen. Dann die Gemüsebrühe zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und wieder anköcheln lassen. Die Kräuter und Gewürze im Ganzen hinzufügen und ca 1 ½ Stunden bei geringer Hitzezufuhr köcheln lassen. Kümmel ist auch eine feine Ergänzung, für die, die Kümmel mögen! Nach dem Kochen werden die Gewürze heraus genommen und das restliche Sauerkraut untergemengt, dadurch schmeckt das Kraut knackiger und wirkt frischer.

Text: Kathrin Bürger Bild: Silvio Schulze/ pixelio.de