Riesling vom Berg, 2008, Hiedler

Volles, kräftiges Gold mit grünen Reflexen, in der Nase viel Honigmelone, alter Apfel, etwas Zitruszeste, am Gaumen alter reifer schon morscher Apfel, etwas reife Grapefruit, sehr reife Zitrone, eher breit, feine Mineralik, mittellang mit Rückhall von Limone und Zitrone.

Eigentlich kein wirklich großer oder wirklich interessanter Wein – sollte man meinen. Aber wie so oft, ist es auch hier so, vieles kann man einfach erwarten. Dieser Riesling, aus der Preiskategorie unter € 10,-, brauchte einfach nur etwas Zeit. Nun hat er sich in die Richtung entwickelt, in die ein etwas reiferer Herr gehen sollte, geschmackvoll und distinguiert. Und im Grunde eine Kaufempfehlung auch wenn dieser Jahrgang wohl nur mehr schwer zu bekommen sein dürfte. Die Verkosterunde vergibt drei Spirits für dieses fruchtige, mineralische und auch abwechslungreiche Weinerlebnis. Übrigens ein Supermarktwein, der vorliegende Proband.

Das Weingut Hiedler ist eines derjenigen österreichischen Winzer, die man kennt, um es einmal so salopp zu formulieren. Und zwar nicht nur von Verkostungen und Preisverleihungen. Praktischerweise kennt man ihn auch aus den Vinotheken und sogar Supermärkten; hier sieht man wieder, dass Marktpräsenz durchaus etwas ausmacht. Das Credo, des Winzers: „Alle Weine handwerklich und traditionell zu produzieren, um ihnen dadurch noch mehr Ausdruck, Persönlichkeit und Authentizität zu verleihen.„, finde ich persönlich beeindruckend, auch wenn man bedenkt, dass das Weingut Mitglieder der Traditionsweingüter Österreichs ist und man daher annehmen darf, es nicht nur mit einem Lippenbekenntnis zu tun zu haben.

verkostet am 6.7.2012
Bild: Hiedler

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