Riesling, 2008, Türk

Weingut Türk,. KremstaLDas mit­tel­kräf­tige Stroh­gelb mit gelb­gol­de­nen Re­fle­xen ist nicht nur strah­lend klar, son­dern auch sehr an­spre­chend. Die ge­mäch­lich ab­flie­ßen­den Schlie­ren las­sen Kraft und Ex­trakt­reich­tum ver­mu­ten. In der Nase un­ver­kenn­bar, Ries­ling! Von Stein­obst ge­prägte Aro­ma­tik, un­ter­malt mit wür­zi­gen No­ten, Feu­er­stein­mi­ne­ra­lik und zar­tem Pe­trol, ein­ge­hüllt in er­staun­li­che Fri­sche. Eine ab­so­lut an­spre­chende Aro­ma­tik mit Ele­gance und Charme. Am Gau­men zeigt sich per­fekt struk­tu­rier­ter Ries­ling, mit rein­tö­ni­gen Frucht­kom­po­nen­ten, fein ver­wo­ben mit gut pas­sen­der Mi­ne­ra­lik. Der ex­trakt­rei­che Kör­per prä­sen­tiert sich voll­mun­dig und fri­sch, was dem de­zent kna­cki­gen Säu­re­ge­rüst zu ver­dan­ken ist. Keine Spur von Al­ter­s­tö­nen, eben per­fekt ge­reift. Der wirk­lich lange Ab­gang prä­sen­tiert sich kräf­tig, wird aber nie­mals auf­dring­lich breit. Es fehlt auch nicht an Fi­nesse und Charme. Kurz ge­sagt, Ries­ling mit fri­vo­ler Ele­gance. Der Nach­klang be­stä­tigt alle ge­won­ne­nen Ein­drü­cke und ver­lei­tet so­fort zum nächs­ten Schluck.

Die an­ge­nehme Trin­kreife sollte nicht über das noch im­mer vor­han­dene Po­ten­tial hin­weg täu­schen, das in den nächs­ten Jah­ren für eine gute Wei­ter­ent­wick­lung sor­gen könnte, so­fern man noch ge­nü­gend Fla­schen auf La­ger hat.

Er­le­se­nes! Ei­gent­lich wollte ich da­mit ti­teln. Al­ler­dings wer­den mit ei­nem der­ar­ti­gen At­tri­but wer­den die Er­war­tungs­hal­tun­gen ziem­lich hoch­ge­schraubt. In die­ser Fla­sche muss wohl ein zu­min­dest na­hezu per­fek­ter Ries­ling dar­auf war­ten, end­lich ins Kost­glas zu dür­fen, um an­schlie­ßend alle Sinne er­freuen zu kön­nen. Mein Fa­zit? Ein Ries­ling wie er sein soll. Da passt auch die Aus­sage ”Ries­ling, Kö­nig der Weiß­weine” und ein wür­di­ger Kö­nig ver­dient volle fünf Sterne.

Das Wein­gut Türk be­steht seit dem frü­hen 18. Jahr­hun­dert und im Grunde sieht die Fa­mi­lie die Be­ru­fung darin im Ein­klang mit der Na­tur auf et­was 15 ha die hei­mi­schen Sor­ten zu kul­ti­vie­ren und zu pfle­gen. We­der die schnel­len Jung­weine noch die gro­ßen und viel­leicht zi­cki­gen Di­ven will man ma­chen, hier geht es um Wein die le­ben. Zi­tat Franz Türk: “Das Be­wußt­s­ein der Ver­ant­wor­tung ge­gen­über kom­men­den Ge­ne­ra­tio­nen durch eine nach­hal­tige und na­tur­nahe Pro­duk­tion ist ein we­sent­li­cher Ge­sichts­punkt bei al­len Ent­schei­dun­gen im Um­gang mit un­se­rem wohl wert­volls­tem Gut – der Na­tur.” Das klingt so wie seine Weine sind. Nach­hal­tig und da­bei kom­plex, ge­schlif­fen und da­bei an­spruchs­voll.

Ver­kos­tet im März 2016 von Andy Big­ler

Spi­rits:

2 comments on “Riesling, 2008, Türk

  1. Ein su­per tröpf­chen.

    • Gregor Kloesch on said:

      Andy war sehr be­geis­tert da­von. Und er hat auf je­den Fall mal ein ho­hes Le­vel.

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