Reinhard Waldschütz. Berufung mit Leidenschaft.

Reinhard Waldschütz, KamptalDen ersten Waldschütz-Wein durfte ich schon vor über zwanzig Jahren verkosten. Damals, schon 1992, suchte ich nach einer ausgedehnten Wanderung durch das Kamptal nach einem interessanten Heurigen – und hatte Glück.  Denn meine Hoffnungen wurden mehr als erfüllt. Hervorragende Jause, ein bemerkenswerter Grüner Veltliner und ein Zweigelt, der meine Erwartungen in Bezug auf Rotwein in diesem Gebiet absolut übertraf. All das bleibt mir bis heute in Erinnerung.

Damals war Reinhard noch der Junior, der Nachfolger quasi, und er hatte es auch alles andere als leicht, seine Vorstellungen eines qualitätsorientierten Betriebes zu verwirklichen. Doch zum Glück für uns ließ er sich vom seinem einmal eingeschlagenen Weg nicht abbringen. Kontrollierter Anbau, schonende Bearbeitung der Weingärten im Einklang mit der Natur, entsprechende Mengenreduktion und sauberste Arbeit im Weinkeller waren und sind die Grundlage jedes Jahr aufs Neue qualitativ hochwertige Weine abfüllen zu können. Bereits Ende der Neunziger Jahre zählten Waldschütz-Weine immer wieder zu den Besten des Landes und schon damals fand das Weingut auch auf internationalem Parkett große Beachtung. Aber nicht nur Reinhards besonnener Arbeitsweise gebührt Anerkennung, auch seiner Gattin Martina, die ihn bis heute tatkräftigst unterstützt. Aktuell werden etwa 30 Hektar Rebfläche in den besten Lagen wie Hasel, Stangl und Rosengarten bewirtschaftet. Martinas und Reinhards Sohn Markus hat sich zu einem aufstrebenden Winzer mit Weitblick und Bodenständigkeit entwickelt, der nach einigen Praxisjahren im Inn- und Ausland, das Familienunternehmen bereits sehr erfolgreich unterstützt.

Heute gibt es in Österreich nur mehr wenige Winzer, die nicht darauf achten mit der Natur und den gebotenen Ressourcen achtsam umzugehen. Einige von ihnen, so auch Reinhard Waldschütz, leben diese Philosophie hochintensiv aber auch im stillen. Hier haben wir nicht nur einen Winzer mit Herz und Verstand, sein Wissen über „Wildpflanzen“ kommt dem eines Botanikers gleich. So fällt beispielsweise auf, dass in manchen Weingärten nur jede zweite Zeile begrünt ist, was der Feuchtigkeitsregulierung dient, und dass eigenartig aussehende „Rehfernhalter“ an Beginn und Ende jeder Zeile installiert sind.

Es ist die Kombination des überlieferten Wissens der „Alten„, die langjährige Erfahrung des Winzers, ja der Familie, und das Akzeptieren der Naturgewalten. Es sind diese Qualitäten, die den Unterschied ausmachen. Und dabei ergänzen sich Vater und Sohn perfekt, sowohl im Weingarten als auch im Keller. Das Ergebnis daraus, dieser unkomplizierten Zusammenarbeit , sind sortentypische, klassische Weine, sowie finessenreiche Lagenweine und Cuvees, die national und auch international zu Recht sehr begehrt sind.

Text und Verkostung: Andy Bigler
Bild: Waldschütz

 

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5