Punsch und Glühwein. Köstlich aber ungesund?

Punsch, Glühwein und ähnliches. Wie gesund ist das?Alle Jahre wieder kommt sie, die ebenso geliebte wie ungesunde Weihnachts- und Adventzeit. Auf Christkindlmärkten wird gevöllert und sich mit Punsch und Glühwein „von innen“ gewärmt. Doch welche Wirkung haben Punsch und Glühwein eigentlich wirklich auf uns und unseren Körper?

Wenn Ende November die unzähligen Christkindlmärkte ihre Tore öffnen und uns der Duft von Punsch, Glühwein, Maroni, Langos und anderen Köstlichkeiten um die Nase weht, dann hat sie wieder begonnen, die Adventzeit, und mit der Adventzeit geht natürlich auch der Winter und die Kälte einher. Punsch und Glühwein finden sich an jeder Ecke und das mittlerweile sogar in den exotischsten Ausführungen. Mojito-Punsch, Granatapfelpunsch und Heidelbeer-Glühwein sind nur ein paar Beispiele für die Namen, die die Außenwände der Punschhütten zieren.

Was gibt es in der Vorweihnachtszeit Schöneres, als am Abend dem Stress und der Hektik zu entfliehen und zwischen bunt-dekorierten Punschhütten und Meeren aus unzähligen, strahlenden Lichterketten einfach mal abzuschalten und sich gemeinsam mit Familie und Freunden an dem einen oder anderen Häferl Punsch oder Glühwein zu wärmen. Doch damit unsere geliebten Heißgetränke bei den herrschenden Minusgraden nicht am Ende schon ausgekühlt sind, müssen sie umso schneller getrunken werden, und so werden aus einem Häferl dann manchmal doch leicht mehrere. Die Zeit um Weihnachten ist jedoch nicht nur für Feinschmecker und Leckermäuler ein Hochgenuss, sie birgt auch einige Schattenseiten wenn es um die Gesundheit geht.

Doch was passiert wirklich in unserem Körper wenn wir Punsch und Glühwein zu uns nehmen?
Punsch und Glühwein, die man auf Christkindlmärkten zu kaufen bekommt, sind oft aus Punschkonzentrat gemacht und enthalten sehr viel Zucker und künstliche Aromen, doch auch in den Selbstgemachten ist jede Menge Zucker enthalten. Je nach Herstellung beinhaltet ein Häferl (250ml) etwa 200 bis 400 Kalorien und zwischen 5 und 10 Vol.% Alkohol. Die große Menge an Zucker in den Getränken und die Tatsache, dass sie warm getrunken werden, lassen den Alkohol besonders schnell ins Blut übergehen. Je nach körperlicher Verfassung lässt ein Häferl Punsch oder Glühwein den Alkoholspiegel auf 0,2 bis 0,4 Promille ansteigen. Man muss kein Mathe-Genie sein um sich auszurechnen, dass somit bereits nach zwei Häferl das Auto lieber stehen bleiben sollte.

Punsch und Glühwein hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf den Alkoholspiegel, sondern auch auf so manche andere Vorgänge in unserem Körper. Der Zucker lässt beispielsweise den Insulinspiegel rasch ansteigen und das gesunde Maß übersteigen. Durch dessen darauf folgenden Abfall entsteht ein Hungergefühl. Ein Christkindlmarkt wäre jedoch kein Christkindlmarkt, wenn dem nicht Abhilfe geschaffen werden könnte. Gesunde Speisen finden sich hier allerdings kaum. Im Gegenteil, die meisten Köstlichkeiten, die angeboten werden, triefen nur so vor Fett. Der Alkohol hindert die Leber am Fettabbau und somit reichert es sich in Muskel- und Leberzellen an und kann mit der Zeit eine Fettleber zur Folge haben.

Auch die wärmende Wirkung von Punsch und Glühwein hält leider nur sehr kurz an und ist im Allgemeinen nur ein Irrglaube. Alkohol erweitert die Blutgefäße, das führt zu einem vorübergehenden Gefühl von Wärme, doch durch die geförderte Durchblutung wird die Wärme auch sehr schnell wieder abgegeben und so sinkt in Wahrheit pro 50 Gramm Alkohol, also etwa 2-3 Häferl Punsch oder Glühwein, die Körpertemperatur um ein halbes Grad.

Man sieht also, auch Punsch und Glühwein gehören zu den Genussmitteln, die nur in Maßen konsumiert werden sollten. Das soll jedoch der Freude an Christkindlmärkten keinen Abbruch tun, immerhin bieten die meisten Punschhütten auch Tee und Autofahrer- oder Kinderpunsch für zwischendurch an, damit niemand auf diese Genüsse verzichten muss.

Text & Bild: Marion Pertschy

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