Die schönste Seite der Vorweihnachtszeit

Weihnachtsfeier. Gutes Essen, gute Weine.Es ist Weihnachtszeit und es geht um Braten und dicke Weine, all das, was ich mit der besinnlichen Zeit des Jahres verbinde. Ein kalter Winterabend, ein prasselndes Kaminfeuer und aus der Küche der Geruch von Fleisch und Rotkraut, oder Blaukraut, wie es südlich der Mainlinie heißt.

Alleine ist ein Braten und eine Flasche Rotwein keine wirklich schöne Beschäftigung. Daher ist es bei mir zuhause Tradition etwa vier Wochen vor Weihnachten einige Freunde einzuladen und mit ihnen ein großes Stück Fleisch und eine große Flasche Wein zu öffnen. Und mit großer Flasche meine ich auch große Flasche. Im letzten Jahr durften wir eine 9l-Flasche öffnen, in diesem Jahr sollte das Fleisch im Vordergrund stehen und nicht der Wein – daher wurde es auch nur eine 3l-Flasche, die es zu bewältigen gab. Da ich mich hier ja bereits als Griller geoutet habe, ist nun sicherlich dem einen oder anderen schon klar, dass bei einem solchen Event auch das Fleisch nicht einfach in den Ofen geschoben werden kann. Indirektes Grillen hieß die Zauberformel am vergangenen Samstag. Der Weber wurde mit viel Kohle und Briketts bestückt, der Roastbeefbraten kurz auf dem Rost angebraten und nur eine dünne Schicht Kohle blieb direkt unter dem Fleisch, der Rest sorgte für die Wärme. Die kräftigen 2,7 kg Fleisch verbrachten gute 1:30 Stunden bei 140 Grad im Grillofen und konnten dann endlich serviert werden.

Die hungrige Meute hatte schon das weihnachtliche Maronen-Dattel-Risotto genossen und dazu einen südafrikanischen Chardonnay als flüssig-fruchtige Komponente genossen. Nun wurde es aber Zeit für die große Flasche und das große Stück Fleisch. Ein Diemersfontein Pinotage 2011 wurde geköpft und als Trinkgabe zum Roastbeefbraten mit einer Kaffee-Rotwein-Sauce gereicht. Der Diemersfontein Pinotage ist der einzige südafrikanische Rotwein, der es wirklich hinbekommt, eine genussvolle Kaffeenote im Glas zu entfalten und dennoch wie ein jungenhafter und gut trinkbarer Rotwein daherzukommen: Einfach ein wundervoller Wein zu einem gegrillten Weihnachtsbraten. Dazu gab es Rotkraut, Rosenkohl, selbstgemachte Polenta und Klöße. Die Gäste konnten in vorweihnachtlicher Stimmung essen, genießen und plaudern. Es entfaltete sich die Kraft eines Abends mit Freunden, gute Gespräche wurden von gutem Essen begleitet und der Wein rundete alles ab. Bei einer 3l-Flasche ist garantiert, dass sich die Zungen ein wenig lösen und der Gesprächsfaden nie ins Stocken gerät.

Irgendwann, als das letzte Stück Fleisch und der letzte Tropfen Wein an die genießenden Gaumen gespendet worden waren, wurde es Zeit die süße Komponente, für Panna Cotta und Sauerkirschen im Balsamicosee; Dazu noch ein feiner Tropfen vom Cardinal Mendoza oder einen Espresso und wir alle waren so weit, ruhig und genüsslich die die Augen zu schließen und uns zu wünschen, das Christkind käme schon heute und jetzt schon vorbei.

Weihnachten und die Vorweihnachtszeit zeigt sich an solchen Abenden von seiner schönsten Seite. Gutes Essen, tolle Menschen und ein Wein, der uns an einem kalten deutschen Winterabend an ein afrikanisches Lagerfeuer entführt ohne uns der Weihnachtsstimmung zu berauben. Ganz im Gegenteil.

Text: Patrick Meier
Bild: Meier

 

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