Volksbrot in Valencia.

Patrick Meier, Tappas, BrotBrot, was gibt es dazu zu sagen? Erst einmal, dass Brot in den meisten Restaurants nebenher gereicht wird, dazu gibt es Oliven, Käse, Olivenöl oder andere Kleinigkeiten. Brot ist eine alltägliche Speise, die schon für Kriege gesorgt hat, Aufstände ausgelöst und Könige Köpfe gekostet hat. Brot ist wichtig und wie der Wein eine biblische Alltäglichkeit. Beiden eine Themenwoche zu widmen ist eine wunderbare Idee und ich habe mich für meinen ersten Kolumnenbeitrag zum Thema LebensfreudeN gleich auf in den Süden gemacht um dort dem Thema Brot und Wein auf die Spur zu kommen.

Was könnte ein idealer Ort sein um für ein Genussmagazin einen Artikel zu recherchieren? Eine Markthalle ist aus meiner Sicht keine schlechte Entscheidung, und aus diesem Grund habe ich mir die Markthalle der spanischen Stadt Valencia als Ort der Inspiration gesucht. Mitten im historischen Zentrum der drittgrößten Stadt Spaniens liegt der Mercat Central und bietet alles was das Herz der spanischen Hausfrau, aber auch des Gourmets, begehrt.

400 Händler bieten jeden Tag frische Waren an und fast in der Mitte liegt die Central Bar, dort finden sich gegen Mittag und bis um 15.00 Uhr wenn die Markthalle schließt, diejenigen ein, die eine schnelle Cerveza mit ein paar Tapas genießen möchten oder Touristen die bei einem Glas Weißwein aus der Region das Treiben und die Atmosphäre um sich herum aufnehmen möchten.

Brot spielt an dieser Bar eine sehr zentrale Rolle, denn es wird nicht automatisch gereicht, sondern nur auf Nachfrage. 0,70 Euro kostet dann ein kleines Körbchen mit der Revolutionen auslösenden Teigware.

Brot als alltäglicher Begleiter von Lebensfreude ist ein ganz wichtiges Element, denn wie oben beschrieben ist es der Begleiter für eine Vielzahl von anderen genussbringenden Lebensmitteln und somit aus keiner Situation rund um ein gelungenes Essen wegzudenken.

Verstärkt durch meine – Vier Nasen tanken Riesling – Truppe haben wir uns an der Central Bar voll und ganz der Atmosphäre der Markthalle hingegeben und uns wie die Valencianos verhalten. Kleine Tapas, ein bisschen Cerverza oder Wein und ein Korb mit Brot haben unseren Aufenthalt sehr angenehm werden lassen. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, stand das Brot zwar hinter den Tellern mit Austern und Kaninchen und zwischen Wein und Cerveza, aber es ist eben immer da. Wir bemerkten erst einige Minuten nach dem die Anchovis und Käsebällchen von uns vertilgt worden waren, dass etwas fehlt! Das Brot fehlte und ein hilfsbereiter Mitspeisender aus der Region machte uns auf die Besonderheit des gesonderten Bestellens aufmerksam.

Das sonst so beiläufig dazu gestellte Brot bekam auf dieser Art und Weise eine ganz besondere Rolle. Es gehörte dazu, aber es fehlte und plötzlich wurde der Mitläufer einer jeden Restaurantrunde zum eigentlichen Mittelpunkt.  Das Brot – Die Königin der Vorspeisen. Jetzt erst, nach dem das Brot sich zu uns gesellt hatte, wurde unsere Mittagspause perfekt! Der Wein wurde zu diesem Zeitpunkt nebensächlich, denn er hatte sich frühzeitig und gut gekühlt zu uns gesellt.

Für Wein & Brot gilt aber eines auf alle Fälle, in schlechter Gesellschaft oder am falschen Ort genossen können sie fade und öde sein, wer sie aber mit den richtigen Menschen genießt wird glücklich sein & Lebensfreude verspüren!

Text: Pa­trick Meier, Frank­furt
Bild: Meier

 

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