Morillon Obegg, 2006, Polz

Walter und Erich Polz

Optisch ein kräftiges Goldgelb mit zart grünen Reflexen. In der Nase kraftvoll, reifer Apfel, Kaffee und Gewürze. Am Gaumen Kaffee, Butter, Nuss-Nougat, macht Druck, elegante gelbe Frucht, Birne, recht breit, feine Mineralik,  gegen Schluss Milchschokolade, langer Nachhall mit Anklängen von Nougat und gelber Frucht.

Wunderbar! Ein Barrique-Chardonnay genau nach dem Geschmack der Runde, eine Sonderklasse, fein, fruchtig, holzig, ziseliert.  Jeder, der solche und ähnlich druckvolle Gewächse mag, wird zustimmen. Geprägt vom Kalkstein, ist die Lage ein Klassiker und ein Garant für tolle und große Weine; von Herrn Moser wurde der Vorliegende mit 92 Falstaff-Punkten gelobt, ich persönliche finde das weitgehend unterbewertet. Der Wein fällt in die Klasse „Grosse STK Lage“ und das sehr zurecht. Ein großes Gewächs, das sogar noch Reserven für eine weitere Entwicklung hätte. Kaufempfehlung? Ja, natürlich. Auch wenn der Preis nicht unerheblich ist, bewegt er sich doch über der € 30,- Grenze. Aber dafür erhält man auch einen ganz besonderen Wein – vielleicht für einen speziellen Anlass. Die Verkosterrunde vergibt die vollen fünf Spirits, fast ohne große Diskussion, wenig Widerspruch, viel andächtiges hinschmecken.

Das Weingut Erich und Walter Polz ist seit vielen Jahren einer der großen steirischen Felsen (um den Begriff „steirische Eiche“ hier zu vermeiden) in der österreichischen Weinbrandung. Ende der Achtzigerjahre übernahmen die Brüder das Familienweingut und bauten es im Laufe der Jahre auf inzwischen über 70 ha aus. Mit mehr als 130 Auszeichnungen, die sie in den Jahren sammeln konnten, gehören sie zu den führenden Weinmachern der Nation und werden zu den 4 Sterne Weingütern gezählt.

Verkostet, am 20.12.2011
Foto: Polz

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