Michael Lorenz. Sausal steinreich.

Michael Lorenz, Sausal, SteiermarkHier finden Sie den ersten Teil.
Er selber würde sich nicht als Bio-Betrieb bezeichnen, vielleicht eher als Denker und Abwarter, als Hinspürer und Erkenner was es braucht. Für Michael Lorenz geht es eher darum, auf die Natur zu hören und mit ihr umzugehen, als dogmatischen Vorgaben zum Weinmachen zu folgen. Nicht alles sei falsch und nicht alles sei richtig, meint er. Und dass er keine Herbizide verwendet, dass Gründüngung in seinen Weingärten der Standard ist und dass Spontangärung ein wichtiger Faktor seiner Weinreligion ist, darüber verliert er nicht mehr Worte als notwendig. Denn selbstverständliche Dinge  müssen nicht besprochen werden. „Und ich bin sehr froh, dass es auch bei vielen Kollegen wieder die Tendenz gibt, weniger zu tun, dass sie wieder zurück finden zu den einfachen Sachen. Der Begriff ‚Zurück zum Ursprung‘ ist schon recht besetzt, aber das trifft schon den Kern. Wir müssen wieder auf die Natur hören.“

„Ich bin im Grunde ein ungeduldiger Mensch. Aber es gelingt mir doch immer wieder auf die Dinge zu warten.“ Michael Lorenz ist, auch wenn er anderes von sich behauptet, jemand, der den Nerv hat auf den richtigen Moment zu warten und dann aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Einer, der die Zeit gibt, die Dinge sich entwickeln zu lassen. „Ich mache meine Weine so, dass ich sie mag. Ich mag keine Weine, die jedem schmecken. Aber ich hab für jeden einen Wein, der ihm schmeckt. Das ist mir wichtig.“ Sein Weingut ist anders, meint der Weinmacher: „Meine Grundidee ist, authentische Weine zu machen. Wein, wie meine Flächen, wie meine Reben, meine Böden es hergeben. Und diese Grundidee entwickelt sich weiter, von Jahr zu Jahr. Man riecht und schmeckt die Herkunft und die Lage, und darauf bin ich stolz.“

In letzter Zeit war das Weingut Lorenz nicht sehr stark in den Medien und in den großen Verkostungen vertreten. Erst langsam wieder, nach mehrjähriger Pause, kommt er auf den Geschmack, hat wieder Blut geleckt sich bewerten zu lassen. Und sehr schnell haben sich auch seine Kunden dort eingefunden. Und die finden das gut. „Aber auch wenn wir bei den Prämierungen erfolgreich sind, versuchen wir die Preise moderat zu halten. Egal, wie unsere Bewertungen sind, jeder soll Zugang zu unseren Weinen haben.“, sagt der sympathische Winzer.

sausal, Michael Lorenz, pronegg, Österreich, Steiermark„Ich selber bin kein VIP, kein Adabei. Ich mag diese großen Veranstaltungen nicht besonders. Ich fühle mich oft wohler, wenn ich mit meiner Frau gemütlich eine Flasche aufmachen und genießen kann. Aber nichtsdestotrotz bin ich Winzer und das ist meine Identität und meine Passion. Und ich freue mich über jeden Gast und jeden, dem meine Weine schmecken.“, sinniert der Winzer über seine eigene Person.
Michael Lorenz produziert etwa 45.000 Flaschen aus momentan gut 11 ha Weingärten. Mit wachsender Tendenz. Sausaler Terroir, Geschmack der viel eigene Persönlichkeit hat. Die Lagenweine des Weinmachers heißen Hochbrudersegg oder Steinriegel, Sausaler Lagen, die man bereits kennt und die Furore machen. Wer hierüber noch mehr wissen will, sei noch auf eine Veranstaltung hingewiesen, über die wir schon hier berichtet haben.

„Der Sausal ist vom Boden wie die Wachau, aber mit südsteirischem Klima.“, lächelt Michael Lorenz versonnen, und man kann gut spüren, wie sehr der Winzer in seiner Region und auch in seiner Arbeit verwurzelt ist.

Text: Klösch
Bilder: Klösch, Lorenz

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