Magische Weihnachtsgewürze

Kekse im AdventWas wäre die Weihnachtszeit ohne Zimt, Anis, Vanille oder Nelken? Ihre sinnliche Essenz verzaubert unseren Gaumen.
Tipps rund um Qualität und Wirkung der beliebten Aromen gibt das forum. ernährung heute (f.eh), der Verein zur Förderung von Ernährungsinformation.

Das ist zum einen und wohl am beliebtesten: die Vanille – die Königin der Gewürze. „Der Duft und Geschmack von Gewürzen steckt in ätherischen Ölen. Die geschmackliche Feinheit kommt allerdings von einer Vielzahl von Nebenbestandteilen“, erklärt Marlies Gruber, wissenschaftliche Leiterin des f.eh. So bestimmen bei Vanille bis zu dreißig verschiedene Bestandteile das einzigartige Aroma. Das kostbare Gewürz war schon im Reich des Aztekenkönigs Montezuma ein Luxusgut. Es war so wertvoll, dass Steuern in Form von Vanille bezahlt wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts verlor Vanille durch die künstliche Herstellung von Vanillin an Exklusivität. „Echte Vanille, insbesondere die feine Sorte Bourbon-Vanille, bietet auch heute noch ein volleres und harmonischeres Aroma als ihr künstliches Pendant. Qualitativ hochwertige Vanilleschoten erkennt man daran, dass sie biegsam und glänzend sind“, so Marlies Gruber. Immer häufiger angeboten wird Tahiti-Vanille mit einem blumigen Aroma, die aber weniger vom charaktergebenden Hauptbestandteil des natürlichen Vanilleextrakts enthält. Die Azteken kombinierten Vanille übrigens mit heißer Schokolade als Aphrodisiakum. Die Wirkung wurde bis heute nicht nachgewiesen. Vanille gilt aber ohne Zweifel als appetitanregend. Kein Wunder, wenn man sich bei Vanillekipferl & Co nicht zurückhalten kann.

Anis, die süß-aromatische Gewürzpflanze, galt schon in der Antike als verdauungsfördernd. Auch Albträume nach einem vollen Mahl sollten damit vertrieben werden. Heute wird Anis als Hausmittel gegen Blähungen, Husten und als Zahnpflegemittel verwendet. Und im Advent verleiht er Keksen und Lebkuchen seinen einzigartigen Geschmack. Für experimentierfreudige Köche passt er darüber hinaus hervorragend zu Kompott, Fleisch und Fisch oder Mozzarella mit Orangen. Auch Sternanis ist Bestandteil vieler Gewürzmischungen, riecht und schmeckt ähnlich wie echter Anis, ist aber botanisch nicht näher mit ihm verwandt.

Auch Nelken gehören zu den typischen Weihnachtsgewürzen. Gewürznelken guter Qualität haben ein rundes Köpfchen. Wenn man sie mit dem Fingernagel fest eindrückt, entweicht ein kräftiges ätherisches Öl. Dieses dominiert das typische Aroma von Glühwein, Punsch und Lebkuchen. In magen- und darmfreundlichen Teemischungen wirken Nelken verdauungsanregend und entzündungshemmend. Daher sollte man auch auf eine Nelke beißen, wenn man Zahnweh hat.

Und schließlich Zimt. Der aus millimeterdünnen Einzelschichten bestehende Ceylon-Zimt ist nicht nur deutlich feiner im Aroma; er enthält im Gegensatz zu Chinesischem Zimt (Cassia) kaum Cumarin und ist darum besser verträglich. Denn dieser Aromastoff kann, in hohen Mengen konsumiert und bei empfindlichen Personen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schäden an Leber und Nieren auslösen. „Bei normalem Konsum von Produkten, die Zimt enthalten, besteht aber keine Gefahr einer Gesundheitsschädigung. Eine in der Weihnachtszeit höhere Aufnahme gleicht sich über den Zeitraum eines Jahres aus und ist unbedenklich“, so Maries Gruber. Ceylon-Zimtstangen erkennt man an den sehr dünnen, ineinandergeschobenen Rindenschichten, während der Chinesische Zimt dünkler und gröber ist.

Die klassischen Weihnachtsgewürze veredeln also nicht nur Gebäck, sondern haben auch einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit. Da dürfen es gern auch einmal ein paar mehr Plätzchen sein.

Text: Kathrin Bürger/APA
Bild: 123rf.com

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5