Let’s talk about … Maroni!

Maroni for PresidentSie zählen ebenso sehr zum Erscheinungsbild der kalten Jahreszeit, wie Punsch, Glühwein und Christkindlmärkte zum Advent. Mit einer Genusssaison von Anfang Oktober bis Ende März bilden sie quasi das Pedant zur sommerlichen Speiseeiszeit und sind innerhalb Wiens an knapp zweihundert verschiedenen Ständen erhältlich. Die Rede ist selbstverständlich von der Maroni, auch bekannt als Esskastanie.

Ursprünglich aus Kleinasien stammend, wächst die Esskastanie, die zu den Nüssen zu zählen ist, heute vorwiegend in wärmeren Regionen Europas, in Mittelmeerländern und in geringerem Maße ebenso in Österreich, wo sie jedoch nicht mit der bei uns heimischen und übrigens ungenießbaren Rosskastanie verwandt ist. Sieht man genau hin, so ist dabei zwischen gewöhnlichen Esskastanien (Edelkastanien) und Maroni zu unterscheiden. Die geschmacklich kräftigen Maroni sind von herz- bzw. eiförmiger Gestalt und besitzen eine flache, dreieckige Unterseite. Außerdem wachsen sie meist paarweise in ihren Schalen, während Esskastanien größer sind und eine rundliche, einseitig abgeflachte Form besitzen. Im Unterschied zu den Maroni wachsen sie auch in Gruppen von mehreren Früchten pro Schale und sind geschmacklich geringer ausgeprägt. Je nach Sorte liegt die Erntephase beider in der Zeit von September bis November, wobei nur gewisse Maronisorten längere Haltbarkeit aufweisen und die gewöhnlichen Esskastanien nur kurz lagerbar sind.

Geschichtlich sind die essbaren Kastanien bereits seit der Antike bekannt und stellten für die Bergregionen Südeuropas zwischen Mittelalter und dem 19. Jahrhundert gar das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung dar. Ein Blick auf ihre Inhaltsstoffe zeigt auch warum: Neben einem hohen Wasseranteil liefern sie ebenso eine hohe Menge an sättigenden Kohlenhydraten (davon vor allem Stärke), bei einem gleichzeitig nur geringen Fettanteil, vor allem im Vergleich zu anderen Nüssen. Auch moderate Anteile an Zucker finden sich in den Früchten, wobei der Proteingehalt den von Erdäpfeln übertrifft und eine Portion von 100 Gramm einen Kalorienwert von etwa 220 kcal aufweist. Dazu sind sie reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, wobei die B-Vitamine davon temperaturbeständig sind, also im Garprozess erhalten bleiben.

Mit ihren Inhaltsstoffen sind die Maroni gut dafür geeignet, um körperliche wie geistige Erschöpfung aus der Welt zu schaffen. Sie stärken die Nerven, bringen Entspannung und sind ebenso leicht verdaulich. Außerdem unterstützen sie sogar den Heilungsprozess nach Verletzungen und Operationen. Was nun das Garen an sich betrifft, dürften die Dinge ähnlich wie beim Grillen liegen: Jeder Koch hat seine eigene Philosophie. Ein gangbarer Weg ist es beispielsweise die Früchte eine Stunde in Wasser einzuweichen, sie danach sorgfältig abzutrocknen und an der Rückseite kreuzweise einzuschneiden. Danach bei 220 Grad ab ins Backrohr und die Maroni zwanzig Minuten garen lassen, mit einmal gut durchmischen nach der Hälfte der Zeit. Um sich danach auch noch Probleme beim Schälen zu ersparen, bietet es sich an, sie außerdem noch für zehn Minuten in einem feuchten Tuch schwitzen zu lassen.

Und sind die Zweifel an der Frische der Maroni erst mal da, so schafft ein einfacher Test Abhilfe. Die Früchte einfach in eine Schüssel mit lauwarmen Wasser geben und nur die Exemplare zubereiten, die zu Boden sinken.

 

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