Let’s talk about … Kartoffelchips!

Chips, KartoffelnDie Knabberei-Abteilung im nächsten Supermarkt. Wer heutzutage vor ihr steht und nach dem passenden Snack für den abendlichen Film sucht, kann sich aus einer breiten Vielfalt von Produkten und Leckereien bedienen. Der Griff zu einer Packung Chips ist dabei ein Griff zu einem der traditionsreichsten Vertreter der Knabberwelt, der heute mit einem breiten Sortiment zu locken weiß. Und damit für alle Fans, Kenner und Genießer: Let’s talk about Kartoffelchips!

Eine gesalzene Geschichte
Der Siegeszug der Kartoffelchips bis in die Regale eines jeden Supermarkts beginnt in den USA und im Jahr 1853. Glaubt man der überlieferten Geschichte, so sieht sich der Koch George Crum in einem Nobelhotel des Badeorts Saratoga Springs im Bundesstaat New York mit den schwierigen Wünschen eines noblen Gastes konfrontiert. Immer wieder lässt er Crums Bratkartoffeln zurückgehen, da sie ihm zu dick seien.
Nach mehreren Beanstandungen bekommt es Crum mit der Wut zu tun. Er schneidet seine Kartoffeln in hauchdünne Scheiben und frittiert sie anschließend, im Wissen, dass der Gast (ein einflussreicher Industrieller) sie so unmöglich mit der Gabel würde essen können. Zu Crums Überraschung ist der Gast mit den dünnen Chips rundum zufrieden und fortan landen die „Saratoga Chips“ fest auf der Speisekarte des Hotels.

Über die kommenden Jarzehnte verbreitet sich die neue Leckerei in den USA, doch vorerst ist die Nachfrage noch dadurch gehemmt, dass die frühen Kartoffelchips nur gesalzen verkauft werden. Zusätzlich sind die frühen Produzenten bis zum Aufkommen eigener Maschinen dazu gezwungen, die Kartoffeln mühsam von Hand zu schälen.

Innerhalb Österreichs ist die Geschichte der frittierten Kartoffelscheiben auch mit dem Wiener Schweizerhaus verbunden. Ab 1929 bietet Karl Kolarik sen. dort eine Eigenkreation an, die er „Rohscheiben“ nennt. Mit dem rasenden Zuspruch, den auch diese Erfindung erhält, sind die Kartoffelchips also ebenso in Österreich angekommen. Das Zeitalter gewürzter Kartoffelchips beginnt schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg in Irland, als ein kleiner Familienbetrieb namens „Tayto“ ein Verfahren zur Zugabe von Geschmacksstoffen entwickelt und damit den Weg zur heutigen Geschmacksvielfalt von Kartoffelchips ebnet.

Die Wege der Kartoffel
Doch zurück zur Knabber-Abteilung im Supermarkt, schließlich bleibt das Chips-Sortiment dort keineswegs nur auf die klassische Form von Chips beschränkt. Zunächst sind sicherlich die Riffle-Chips die engsten Verwandten der klassischen Chipsform. Der Grund für ihre geriffelte Form ist schnell gefunden und liegt lediglich darin, dass man den Kartoffeln in der Produktion mit gezackten Messern zu Leibe rückt. Die Geschmacksrichtungen der Rifflechips sind meist dieselben.
Auch die übereinander gestapelten, regelmäßig geformten Chips aus der Dose zählen mittlerweile zum festen Repertoire im Regal. Diese „Stapelchips“ werden im Gegensatz zu klassischen Chips aus einer Art Kartoffelpüree hergestellt, das ausgewalzt und in die gewünschten Formen ausgestochen wird. Dank des geringeren Feuchtigkeitsgehalts des Pürees fällt die anschließende Zeit in der Fritteuse geringer aus als bei klassischen Chips.

Selbstverständlich beschränkt sich die Vielfalt von Chips gerade heutzutage natürlich nicht nur auf die Kartoffel. Mittlerweile locken auch Chips aus Obst (z.B: Äpfel) oder anderen Gemüsesorten (z.B: Süßkartoffeln) und natürlich auch die dreieckigen Freuden von Tortilla-Chips. Doch gerade beim Thema Chips sind der eigenen Kreativität selbstverständlich auch keine Grenzen gesetzt, sodass die Jagd nach der eigenen Chips-Kreation für jeden Genießer zum Geschmacksfest werden kann.

Text und Bild: Cornelius Binder

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