Let’s talk about … Faschingskrapfen!

Faschingskrapfen mit Marille, Vanille oder Nougat. Alle lassen unser Herz höher schlagen.Und wieder einmal ist sie da. Die Zeit, in der wir uns die Köpfe darüber zerbrechen, das passende Kostüm für den nächsten Maskenball zu finden. Verbergen wir uns dann hinter mehr oder weniger aufwändigen Masken, Gewändern und Kostümen so gibt es eine Sache, die bei keinem traditionellen Faschingsfest fehlen darf: Der Faschingskrapfen. Er versüßt uns diese Zeit auf eine ganz besondere Art und Weise.

Zu allererst sind unsere Krapfen in ihren verschiedenen Sorten aber vor allem eines: in siedendem Fett gebackene Hefeteigprodukte. Und wie bei so vielen alltäglichen Lebensmitteln sind die Ursprünge auch hier nicht mehr klar feststellbar.

Fettgebäck an sich existiert bereits in der Antike, beispielsweise in Form einer „Globuli“ genannt Schöpfung, die bereits die alten Römer erfreut hat. Auch die deutschsprachige Literatur des Mittelalters kennt „krapfe“ genannte Backwaren, die durch eigene „krapfen-bacher“ (Krapfenbäcker) hergestellt werden. Damals bleibt die Form jedoch noch mehr oder minder dem Zufall überlassen und ohne unsere heute bekannten, diversen Füllungen. Der traditionelle Buttergeschmack, der unsere modernen Krapfen auszeichnet, ist jedoch bereits damals vorhanden. Noch vor Beginn der Fastenzeit wurden sie von der Geistlichkeit noch schnell als Energiespender für die kommenden Wochen empfohlen. Dank der einfachen Herstellungsweise war das ohne weiteres möglich.

Im 17. Jahrhundert zählten die Krapfen in der Folge zum Standard der bäuerlichen Nahrungsmittelwelt und wurden dort mit einer Füllung aus Trockenfrüchten gereicht. Unter anderem zu diversen Feierlichkeiten, beispielsweise kirchliche Festivitäten. Glaubt man dem Volksmund, so ist auch die Geschichte der Krapfen mit einem prägenden Namen verbunden: Cäcilie Krapf. Als Wiener Köchin soll sie ebenfalls im 17. Jahrhundert die „Cilli-Kugeln“ ersonnen haben, wiederum ein Fettgebäck mit verarbeiteten Früchten als Kern. Und auch die angebliche Zahl der Krapfen, die während des Kongressjahres 1815 bei offiziellen Anlässen innerhalb Wiens verspeist worden sein sollen, spricht für den Stellenwert dieser Leckerei: Zehn Millionen verzehrte Exemplare. Da besitzt die althergebrachte Wiener Version des Faschingskrapfens bereits unsere heute bekannte Füllung aus Marillenmarmelade, während dem Teig außerdem 1 EL Weinbrand hinzugefügt wurde.

Der alten Tradition nach versüßen uns die Faschingskrapfen vorwiegend die Zeit zwischen Silvester und Aschermittwoch. Doch wer mit offenen Augen durch den nächsten Supermarkt geht, wird natürlich bemerken, dass Krapfen mit ganz unterschiedlichen Füllungen auch außerhalb der Faschingszeit anzutreffen sind: Nougatkrapfen mit einer Füllung aus Nüssen und Kakao, Vanillekrapfen mit selbigem Kern, Erdbeerkrapfen mit süßer roter Fruchtfülle und manches mehr.

Übrigens ein kleiner Tipp, um beim Kauf nicht versehentlich zum Krapfen mit der falschen Füllung zu greifen: Was klassisch schlicht als „Krapfen“ gekennzeichnet wird, besitzt den üblichen Kern aus Marillenkonfitüre. Alle anderen Füllungen sind im Produktnamen mit enthalten. Stellt sich vor dem Genuss eines Krapfens außerdem die Frage nach den Kalorien, so sei verraten, dass einhundert Gramm der Köstlichkeit (etwas mehr als ein Exemplar) knapp 300 Kalorien besitzen.

Und damit: eine fröhliche Faschingszeit!

Text und Bild: Cornelius Binder

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