Weinbotschaft.Wein aus Kärnten

Peter Ladinigs Weinbotschaft über Kärntner Weine.Weine aus Kärnten sind oft noch ein Geheimtipp, sie sind oft schwer zu bekommen oder bereits restlos ausverkauft. Allerdings werden dort ständig neue Weingärten erschlossen und die produzierte Menge steigt jährlich an. Schon bald werden Weine aus dem südlichsten Bundesland Österreichs auch außerhalb der Kärntner Landesgrenzen verkauft werden. Daher widme ich mich in diese Woche dem Newcomer unter Österreichs Weinregionen.

Kernfunde rund um den Wörthersee, den Ossiachersee, und sogar rund um den Oberkärntner Millstättersee beweisen, dass bereits vor über 2.000 Jahre durch die Römer Weinbau in Kärnten betrieben wurde. Lange galt sogar die These, dass der österreichische Weinbau in Kärnten seinen Ursprung hätte. Erst später fand man in Niederösterreich und Burgenland weitere Traubenkerne und auch Tonreste aus der Zeit der Kelten, wo der Weinbau sogar über 3.000 Jahre zurückreicht. Zu der Zeit in der Römer in Kärnten Weinstöcke pflanzten, waren die Weinstilistik eher fruchtbetont, weshalb vermutet wird, dass der damalige Kärntner Wein die damals bereits kräftigen italienischen Weine durch diese Frische unterstützen und bekömmlicher machen sollte. Aber solange wir die Zeitmaschine nicht erfinden, wird es wohl keine Gewissheit diesbezüglich geben. Wir bleiben aber heute in der Gegenwart und sehen uns den Kärntner Wein heute an.

Im Jahr 2011 konnten erstmals über 100.000 Flaschen Wein abgefüllt werden. Mit etwa 150 Hektar, davon knapp die Hälfte ertragsreif, sind die Rebflächen noch recht gering. Wenn man jedoch die kurze Zeit berücksichtigt, in der Kärntner Wein wieder forciert wird, ist dies doch schon ein beachtlicher und großer Sprung nach vorne. Im Durchschnitt hat jeder Winzer eine Rebfläche von 0,5 bis 2 Hektar.

Chardonnay, Riesling, Sauvignon Blanc, Pinot Noir und Zweigelt zählen zu den meist angebauten Rebsorten. Auch wenn der Weinbau bereits 20 Jahre ernsthaft betrieben wird, werden die Weine erst jetzt interessant. Dies liegt an der wachsenden Größe aber ebenso auch steigende Qualität. Letzteres ist auf den vermehrten Erfahrungsaustausch unter den Winzern in den letzten Jahren und auch auf das höhere Alter der Reben zurückzuführen.

Vor allem für Burgundersorten wie Chardonnay, Weißburgunder, und Blauburgunder ist das steigende Alter der Rebstöcke ein Segen. Beispielsweise gibt es einen Chardonnay vom Weingut Janko aus Ettendorf mit viel Körper und Kraft. Ebenso kräftig, jedoch frischer ist der Chardonnay vom Weingut Klade aus St. Michael. Das Weingut Gartner gilt als Pionier des Kärntner Weinbaus. Der Riesling aus diesem Hause zeigt sich fruchtig-elegant und wurde sogar im SALON-Österreich aufgenommen. Der höchste Weingarten in Kärnten liegt auf 760 Meter Seehöhe und ist in Obervellach im Mölltal. Er wird betrieben von Alois Lugger. Angepflanzt werden hier die Rebsorten Bianca, Regent und Roesler. Spannend dabei ist speziell der Roesler, eine autochthone Rotwein-Rebsorte in Österreich. Und dabei ist nicht nur die Seehöhe für den Weinbau  spannend, sondern ebenso der daraus erzeugte durchaus edle Tropfen. Der Roesler zeigt sich mit sehr präzisen Fruchtstruktur und einer kühlen Frische.

Wie man sieht, wird in Kärnten fast überall Wein angebaut und wie im restlichen Österreich auch, finden wir in jeder einzelnen kleinen Region Besonderheiten. Ganz nebenbei gibt es in diesem Bundesland eine Entwicklung, die als wahre Besonderheit zu werten ist: Man kann hier deutlich beobachten wie ein altes Weinbaugebiet zu neuem Leben erweckt wird. Und das mit harter Arbeit, mit vielen Händen und enormem Engagement der Winzer.

Ein Besuch lohnt sich! Garantiert!

Text: Peter Ladinig
Bild: 123rf.com

 

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