Kulinarium. Die warme Jahreszeit naht.

SommerwieseDie warme Jahreszeit naht. Zwar im Moment mit sehr langsamen Schritten, aber ich bin guten Mutes. Die Eissalons sind schon geöffnet, wobei ich gestehen muss: Eis hat bei mir immer Saison. Die Familie weiss, dass selbst im tiefsten Winter kein Mangel in meinem Tiefkühlschrank herrscht, was Erdbeer, Vanille oder Zitrone betrifft.

Eis ist schließlich immer erhältlich.

 Sehr viele verschiedene Geschmacksvorlieben werden mittlerweile bedient, es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Als ich noch ein Kind war, wohnten wir gegenüber einem der bekanntesten Eisgeschäfte in der Südsteiermark. Ich konnte beinahe vom Küchenfenster aus die einladende Theke erblicken, den Vanilleduft wahrnehmen und das Krachen der Tüten hören, wenn jemand hinein biss. Jeder Einser in der Schule wurde mit 10 Schilling belohnt, der natürlich auf der Stelle in Eis investiert wurde.

 Die große Eismaschine hinter der gläsernen Tür wirkte wie ein Magnet auf mich. Jedesmal musste ich stehenbleiben und zusehen, wie das Herrliche entstand. Manchmal bekam ich eine Kugel geschenkt: „Das ist meine neueste Kreation„, sagte der Eismacher. „Was hältst du davon?“ Er zwinkerte, weil er wusste, dass ich alles für gut befand, was er mir in den Becher gab.

Heute bin ich noch immer dem Eis verfallen. Ich esse es nicht, ich genieße es.

In den Eissalons gibt es sehr viele exotische Kreationen, riesengroße Becher mit allerlei Dekoration und phantasievollen Namen. Ich freu mich zwar, so eine große Auswahl zu haben, aber mehr als drei Sorten vertragen sich nicht bei mir. Und auch die Unzahl an „Beilagen“ (sprich: Früchte, Schokosplitter und dergleichen) stört mein Geschmacksempfinden.

In der Schweiz zum Beispiel geniesst man Eis meist mit einem „Meringue“, was nichts anderes ist als Spanischer Wind, also das, was wir uns hierzulande zu Weihnachten auf die Christbäume hängen. Damit hab ich mich nie anfreunden können, weil das gezuckerte Schneegebäck zwar dem Namen nach mit Eis korreliert, aber einfach nicht zur cremigen Beschaffenheit passt. Für mich zumindest.

Meine Eisvorliebe ist klar und deutlich definiert: am liebsten nur eine Sorte mit einem Klacks echten Schlagobers drauf. Ohne hübsches Beiwerk, ohne Schirmchen und ohne das Geschmackserlebnis verfälschende Siruppe, Schokosaucen und wasweissnoch.

 Der All-time-Favorit ist seit Jahren Zitroneneis. Mehr brauch ich nicht 🙂

Text: Bibi Stift

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