Über die Kolumbianische Küche. Bienvenida a Colombia.

Neues aus KolumienWie in meinem Autorentext erwähnt, bin ich ein Mensch der gerne reist und dabei neue Kulturen und Eigenschaften eines Landes kennenlernt. Diesmal hat es mich für einige Zeit nach Kolumbien gezogen. Da ich mich schon bisher viel mit Ernährung und Gesundheit auseinander gesetzt habe, werde ich auch hier meinem Thema treu bleiben und nach und nach die kolumbianischen Ess- und Trinkgewohnheiten erforschen. Da trifft es sich gut, dass Kolumbien als eines der Länder mit der größten Artenvielfalt gilt, was sich auch in der kolumbianischen Küche zeigt. Durch die Gastfreundlichkeit der hier lebenden Menschen durfte ich schon einige Spezialitäten probieren und habe gelernt, dass diese von Region zu Region variieren – und selbstverständlich besteht jeder einzelne darauf, dass die Spezialität seiner oder ihrer Region die schmackhafteste ist. Als neue Bewohnerin der zweitgrößten Stadt Kolumbiens, Medellín mit Sitz in der Provinz Antioquia, fühle ich mich deswegen verpflichtet zu allererst näher auf das Nationalgericht dieser Region einzugehen. Auch bekannt als Paisa-Region wurde dementsprechend ein von dort stammendes, im ganzen Land berühmtes Gericht „bandeja paisa“ genannt (bandeja = Platte), das sich aus einheimischen, afrikanischen, französischen, spanischen sowie englischen Einflüssen zusammensetzt.

Das erste, was ich lernen durfte war: Eine Bandeja Paisa gibt es zwar im ganzen Land, aber nur in Antioquia schmeckt sie, wie sie schmecken soll. Soweit so gut …
Wer die Bandeja Paisa probieren will, der braucht einen starken und vor allem großen Magen – so etwas wie kleine Portionen gibt es hier nicht. Auf dem traditionellen Teller landen je nach Vorliebe und Region rote Bohnen, weißer Reis, ein Stück Fleisch, Blutwurst, gebratene Kochbananenscheiben, Avocado, ein Spiegelei, Hogao (auch bekannt als salsa criolla, eine Sauce aus Zwiebeln, Tomaten und Gewürzen), Chorizo (eine mit Paprika gewürzte Rohwurst vom Schwein), Chicharrón (knusprig gebratene Schweineschwarten) und Arepa.
Fazit: Deftig, aber sehr lecker, noch nicht geschafft aufzuessen.

Arepa bezeichne ich als weiteres Nationalgericht der Antioqueños. Arepas sind (meistens) runde Maisfladen, die als Brotersatz verwendet werden, man an wirklich jeder Straßenecke findet und die hier traditionell zu fast allen Mahlzeiten und zu jeder Tageszeit gegessen werden. Für die Zubereitung braucht man nur etwas Maismehl, Butter, Ei, Käse und Wasser. Es gibt sie gebraten, gebacken, als Beilage, Hauptgericht oder Snack zwischendurch, gefüllt und ungefüllt. Den Hype um die Arepas habe ich allerdings noch nicht so ganz verstanden – meiner Meinung nach kein Vergleich zu österreichischem Schwarz- oder Mischbrot.

Und zum Schluß noch einige gewöhnungsbedürftige, kolumbianische Sonderheiten:

1. Eine Mahlzeit ohne Fleisch ist bereits ungewöhnlich.
2. Zum Frühstück gibt es schon Reis, Nudeln und Bohnen.
3. Milch gibt es in verschlossenen Plastiksäcken zu kaufen, die Mehrheit benützt aber Milchpulver.
4. Man isst fast immer mit dem Löffel, Fleisch wird vorher (nicht immer) mit der Schere zerkleinert.
5. Fast alles wird überzuckert oder übersalzen, zumindest für unseren mitteleuropäischen Geschmack.

Bis bald aus Kolumien!

Text & Bild: Sarah Schrödl

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