Wie die Bohne so der Tag

Robusta

Die Robustabohne, roh und ungemahlen

Der aufgeweckte 3-jährige mit seiner jungen Mutter, zwei Sitze weiter in der Straßenbahn, der meinen Arbeitsweg einige Minuten teilt, könnte unseren Anspruch auf etwas morgendliche Ruhe ganz fürchterlich stören. Er kann uns aber auch durch seine Neugierde und seine kindlich-offene Art ein kleines Lächeln abringen. Es liegt bestimmt nicht an ihm, eher daran wie unser Morgen begonnen hat. Zu allererst ein Blick durch das Fenster. Sonne, Regen oder Schnee – darauf haben wir keinen Einfluss – doch schon dicht darauf folgt der Frühstückskaffee. Und weil es schnell gehen muss,´hilft ein verlegener Druck auf den Knopf und das Peifen und Qietschen beschert uns einen schwarzen Tagesbeschleuniger. Der uns zumindest bis ins Büro helfen soll, wo der Chef die neuen Aufgaben des Tages bereit hält.

Oder so: Der Blick auf das Wetter bleibt. Das Umlegen des Kippschalters eines italienischer Designstudios an unserer Kaffeemühle verbreitet gurrend den Duft frisch gemahlener Bohnen aus Kolumbien, oder war es Indonesien, von der Küche bis ins Bad. Gleich ob Ihre morgendliche Vorliebe der Zubereitung von Filterkaffee, Espresso, Frenchpress oder Schraubkanne gehört. Zwei Minuten Zeitverlust stehen gegen imensen Lustgewinn für einen ganzen Tag. Mehr Zeit benötigt der genussvolle Start in den Tag nicht – vielleicht sogar nur das Ändern einer Gewohnheit. Nur etwas Liebe in die Zubereitung und – falls noch nicht vorhanden – die Anschaffung einer kleinen Dosiermühle. Dies wird sich mit Sicherheit bald als eine liebgewonnene und bereichernde Investition erweisen.

Den Kaffee nach Wahl, vorzugsweise aus einer der immer zahlreicher zu findenden Kleinröstereien. Von dort ist der Kaffee frisch und im schonenderen Kontaktröstverfahren statt der schnelleren Heißluftröstung hergestellt.

Unabhängig von der gewählten Zubereitung erfahren Sie eine spürbare Qualitätssteigerung, wenn Sie nach einigen Versuchen den passenden Mahlgrad gefunden haben – Ihr Röster wird Sie dazu gerne beraten. Achten Sie wie bei allen mechanischen Geräten auf die Sauberkeit und denken Sie daran, dass Kaffee Öle enthält, welche in einer Mühle warm und leicht ranzig werden und natürlich den Geschmack beeinflussen. Mein Tipp – lassen Sie jeden zweiten Tag einen Löffel Mühlenreiniger, sogenannte Grinz (bestehend aus Getreidestängeln), durchlaufen und schrauben Sie einmal wöchentlich die Mahlscheiben auseinander um die noch anhaftenden Brösel auch aus dem Auswurf auszupinseln. Wählen Sie durch die Dosierung die gewünschte Stärke ihres Kaffees aus und achten Sie bei jedwelcher Zubereitung, deren Eigenheiten wir hier noch diskutieren werden, auf die Wassertemperatur. Sie darf nicht über 92°C liegen.

Tun Sie sich und Ihren Lieben Gutes. Starten sie mit Genuss in den Tag! Und schenken Sie dem aufgeweckten 3-jährigen von gegenüber ein Lächeln.

Text und Foto: Peter Steininger

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