Josef Fischer. Kraft der Jugend.

Panorama des rechten Donauufers in der Wachau

Das Panorama des rechten Donauufers.

Ein Besuch in Rossatz in der Wachau lohnt sich immer. Und zeigt sehr schnell, wie sehr doch dieses rechte Donauufer unterschätzt wird. Und das nicht nur weinseitig, auch Stimmung und Landschaft können ganz leicht mit der prominenteren anderen Seite mithalten. Und wenn man dann durch dieses ruhige Rossatz, dieses Dörfchen in dem die Zeit ein wenig stehen geblieben scheint, hinunterkurft, um endlich am Hof des Huchenfischers anzukommen, dann bleibt man gerne noch eine Minute im Auto sitzen um die Geschichte und Kultur aufzunehmen, die hier von nahezu jeder der alten Steinmauern geatmet wird.

Der junge Winzer, der die Türe öffnet, strahlt selbstsicher eine Art von Lockerheit aus, die man in dieser Weise eigentlich gar nicht so oft findet, hier im manchmal etwas konservativeren Österreich. Leicht, motiviert, fokussiert und sehr energiegeladen, das sind Attribute, die man mit dem jungen Josef Fischer verbinden könnte. Vielleicht ein Produkt seiner Auslandserfahrungen in Neuseeland, Australien und Südafrika wo er, nachdem er sich zuerst auch in Deutschland umgeschaut hatte, jeweils einige Zeit verbrachte. Zu lernen wie in anderen Ländern gelebt und gearbeitet wird, wie man anderorts mit Reduktivität und Oxidation oder auch mit großer Hitze umgeht ohne Qualitätseinbußen befürchten zu müssen, das, so sagt er selbst, wären prägende Zeiten und Erfahrungen gewesen. Und auf diese Art ist es ihm wohl auch gelungen, die Grundlagen für seinen eigenen Weinstil zu legen, eine gute und breite Basis, auf die er nun bereits erfolgreich aufbaut.

Josef Fischer, Rossatz, Wachau

Josef Fischer, jun.

Seit 2010 hat der aufstrebende Jungwinzer die Federführung im heimischen Betrieb übernommen. Und wurde prompt mit seinem ersten Jahrgang Salonsieger Österreich. Was für einen jungen Winzer nicht nur ein höchst veritabler Anfangserfolg ist, sondern auch eine gute Portion Erwartungsdruck aufbauen könnte. Dass Josef Fischer aber neben dem Talent und der großen Energie auch die Ruhe und Kraft seines Vaters geerbt hat, wird spätestens klar, wenn man erfährt, dass der dritte Platz des Nachfolgejahres, des Salon Österreich 2011, ebenfalls an ihn ging.

So selbstbewusst wie er im hofeigenen Verkostungsraum den Blick aus dem Fenster schweifen läßt,  einerseits auf die ruhig vorbeiziehende Donau und andererseits auf die nahen Fischweiher der Familie, wie er sich entspannt zurücklehnt und dabei trotzdem voller Energie erzählt, so könnte man glauben, er wäre schon immer sein eigener Herr auf dem alten Weingut gewesen. Doch ist ihm auch selbst klar, wie glücklich er sich schätzen kann, in Zukunft neben Weingärten und Keller, auch weiterhin auf sein vielleicht größtes Kapital zurückgreifen zu können: Den Erfahrungsschatz des Vaters, der sich nun nach über 30-jähriger Praxis als Weinbauer langsam zurückzieht und den Familienbetrieb Stück für Stück an seinen Sohn übergibt. „Aber eben nur Stück für Stück, denn das kontrollierende Organ bleibt er sicher noch einige Zeit.„, ergänzt der junge Weinmacher lachend mit einem Seitenblick auf den Vater, „Es fühlt sich auch gut an, noch nicht die letzte Verantwortung übernehmen zu müssen.“

Trotzdem ist der Sohn tonangebend, was die Entscheidungen für die Zukunft und auch die laufenden Jahrgänge betrifft. So gibt es seit 2013 etwa 20 Ar Chardonnay – das sind etwa 2000 m² -, was dem Weingut eine kleine Menge interessanten Süßwein bescheren wird. Und bereits im vergangenen Jahr wurden gut 150 l Riesling Beerenauslese im Stahltank ausgebaut. Möglicherweise ein Sammlerstück für diejenigen unter uns, die neben den ganz großen Namen der Wachau auch die neue Generation kosten wollen. Etwas über 9 ha an Weingärten sind es nun, die von der Familie Fischer bearbeitet werden. Zum großen Teil ist es Grüner Veltliner, abgesehen von den etwa 25% Riesling, der das Sortiment abrundet. Das Gros der anderen Sorten ist  im Laufe der letzten Jahre verschwunden oder wird in nächster Zeit gerodet werden um der Konzentration auf das Wesentliche Platz zu machen. „Wir wollen unseren Weinen noch mehr Charakter verleihen, noch mehr die Lagentypizität herausstreichen und noch Unverwechselbarer werden.„, so ist der Tenor hier und diese hohen Ansprüche mit Leben zu erfüllen die Zielrichtung.

Den zweiten Teil des Portraits finden Sie hier.

Bilder: Fischer
Website: www.huchenfischer.at

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5