Josef Fischer. Die junge Wachau.

Den ersten Teil des Winzerportraits finden Sie hier.

Josef Fischer, WachauDen Blick in der Ferne, erzählt der Winzer motiviert und leidenschaftlich von seiner Arbeit in Weingarten und Keller. Er erzählt vom Kordonschnitt, der schon seit  zwei Generationen das Muss für seine Veltliner ist und von mehreren Durchgängen bei der Ernte. Er erzählt davon, dass die Bodenbegrünung im Weingarten die Zukunft  sein wird und  wie wichtig es wäre, die alten Weingärten zu erhalten und zu pflegen. Das ist ihm ein großes Anliegen, einerseits aus önologischen Gesichtspunkten, aber auch aus Traditionsbewußtsein. Überhaupt hat die Tradition einen hohen Stellenwert bei dem Nachwuchsweinmacher. Das Weingut wurde 1898 schon urkundlich erwähnt und die Tatsache, dass seine Vorfahren hier schon Wein gemacht haben und er nun in fünfter Generation die Linie fortführt,  stärkt und motiviert ihn gleichermaßen. Das Thema Huchen und damit der Fisch auf dem Etikett, wurde vom Vater schon vor Jahren eingebracht. Dieser züchtet, neben dem Weinmachen, die bis zu 130 cm langen Fische. Und Nein, das macht er nicht um sie zum hauseigenen Veltliner zu verspeisen, sondern ausschließlich zur Arterhaltung. Seine Expertenschaft dabei, ist inzwischen weiträumig bekannt und unumstritten. Und, nebenbei bemerkt, ist der große Fisch auf dem Etikett ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das der Familienbetrieb bereits seit Jahren klug zu nutzen versteht.

Die Arbeit im Keller ist auch ein wenig Experimentierfeld. Da versucht sich der junge Weinmacher auch an neuen Arbeitsalternativen, die Rieden Steiger und Frauenweingarten sind beispielsweise 2012 teilweise spontanvergoren. „Es  verleiht unseren Weinen noch ein Mehr an Cremigkeit und Fülle „, erklärt Josef Fischer und zeigt an, dass wir hier noch Einiges zu erwarten haben. Hier im Keller immer wieder neue Wege zu gehen, Neues zu versuchen und Neues einzuführen, das ist auch Teil der Entwicklung, die das Weingut mit dem Generationswechsel durchmacht.

Der Huchenfischer, Wachau

Josef Fischer und seine Weingärten

„Wir machen etwa 60.000 – 70.000 Flaschen pro Jahr mit 9 ha Weingärten. Und in dieser Größenordnung werden wir auch bleiben.“, betont  der Winzer, während er sich entspannt zurücklehnt. Er möchte keine bedeutenden Vergrößerungen vornehmen. „Die Lebensqualität muss für mich halt auch noch stimmen, ich will es übersichtlich und ich will alles selber machen. Mit meinem Qualitätsanspruch.“, stellt er seine eigene Zukunft und die des Weingutes klar. Und: „Wir sind kein Bio-Betrieb, wir sind IP, Integrierte Produktion, das geht schon mal in die Richtung, aber von Bio sind wir noch weit weg.„, meint der Nachwuchswinzer lachend auf die entsprechende Frage und winkt ab, „Da würde ich mich jetzt auch noch nicht drüber trauen, so ehrlich muss man schon sein. „

Ein junger Nachwuchswinzer, der mit viel Elan den Generationenwechsel vollzieht. Kraftvoll und nachhaltig, egal ob es sich um die Erhaltung der Kulturgüter oder um Weingarten oder Keller handelt. Oder auch seinen Qualitätsanspruch. Kraft der Jugend.

Bilder: Fischer

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