Jörg Bretz. Weinmacher und Querdenker.

Jörg Bretz, Carnuntum

Teil1: Jörg Bretz. Gespräch mit einem Grenzgänger

Lokale Weine nach lokalen Gegebenheiten, Klima und lokalem Geschmack zu machen – und sie trotzdem auch international verkaufen zu können, so will er auch seine Produktlinie aufgestellt sehen, plaudert er weiter,  „Aber im Grunde will ich das machen was mir schmeckt. Ich habe lange nach den Weinen gesucht, die mir schmecken und konnte sie nicht finden. Und so habe ich irgendwann entschieden, sie selber zu machen.“, meint er schulterzuckend. Es gäbe die Tendenz zu reifen Weinen ja in allen weinproduzierenden Ländern, nur hier in Österreich nicht.

Als er dann 1997 ganz langsam und bedächtig begann seinen eigenen Wein zu machen, hätte er endlich die Chance  gesehen seine Konzepte im eigenen Betrieb umzusetzen, sagt er. Im Weinkeller suche er im Grunde nur mehr die Qualität zu halten, die er vorher im Weingarten erarbeitet hat. „Die meisten Winzer sagen das auch, aber ob sie es wirklich auch so umsetzen, könnte ich nicht sagen.“, meint er, „Ich arbeite auch als Berater bei anderen Winzern und da hab ich schon viel gesehen. Die österreichischen Winzer sind meist ganz hervorragend im Keller aber nicht immer im Weingarten.“

Jörg Bretz, CarnuntumSeit vielen Jahren schon haben seine eigenen Weingärten und auch seine Zukäufe biologische Qualität. Seit 2012 ist nun auch der offizielle Stempel der Zertifizierung darauf. Bretz selbst bewirtschaftet im Moment etwa 3 ha, alles weitere wird von handverlesenen Kollegen zugekauft. Daraus enstünden dann ca. 15.000 Flaschen pro Jahr, sagt er, „Aber das heißt nicht, dass da jedes Jahr 15.000 Flaschen rauskommen. Wenn es nicht passt, dann gibt es vielleicht nur Weißer Berg oder Roter Berg.“ , erklärt der Winzer sein Konzept, „Die Qualität muss stimmen, sonst mache ich den Wein nicht.“

Und dass diese Weine dann aber noch lange nicht in den Handel kommen, verstehe sich für ihn beinahe von selbst. Denn was Jörg Bretz wirklich auszeichnet, ist seine Geduld den Keller sehr lange geschlossen zu halten. Und damit unterstreicht der Deutsche beinahe schon wieder die österreichische Qualität, das Leben etwas ruhiger und gelassener anzugehen.

Bilder: Bretz
Text: Klösch

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