Im Test: Ihr Kaffeewissen (Teil 1).

Wien und seine Kaffees. Espresso, Cappuccino oder Melange gefällig?
Kennen Sie den Unterschied zwischen den klassischen Kaffeetypen? Wissen Sie was einen Großen Braunen von einem Verlängerten unterscheidet? Hier ein kleiner Blick auf die gängigsten Formen unseres Kaffees, zum Test von altem Wissen und für neuen Gesprächsstoff in der nächsten Kaffeerunde.

Der Name
Zuallererst stammt die Bezeichnung „Kaffee“ von der Pflanzengattung der „Coffea“ ab. Dahinter verbirgt sich eine Gattung mit wenigstens 25 Hauptarten. Diese sind in südlichen Gefilden beheimatet und können sowohl als Sträucher sowie als Bäume auftreten. Die berühmten Arabica-Bohnen stammen beispielsweise von einem Strauch mit dunkelgrünen, ovalen Blättern.

Hier erst einmal unsere traditionsreichen Kaffeetypen.

Der Melange
Sie ist eine der bekanntesten Typen Österreichs und besteht aus einem Teil Kaffee (beispielsweise Espresso) und der gleichen Menge Milch. Diese wird ähnlich dem Cappuccino meist als Schaum dem Kaffee beigegeben und in einer eigenen Tasse serviert.

Der Verlängerte
Er besteht aus einem Teil Kaffee (etwa ein Kleiner Brauner oder Schwarzer), der mit der doppelten Menge Wasser verlängert wird. Ein Schuss Kaffeeobers kann dieses Bild mancherorts abrunden.

Der Espresso
Der Name meint nicht nur einen Kaffeetyp an sich, sondern auch eine Zubereitungsart. Das Wort „Espresso“ entstammt dem Italienischen und bedeutet „unter Druck gesetzt“. Das ist hier Programm, da bei dieser Zubereitung kochendes Wasser und Wasserdampf durch fein gemahlenen Kaffee gedrückt werden. In seiner Erscheinung ist der Espresso schwarz und wird stark getrunken.

Der Schwarze oder Mokka
Der Name ist die Bezeichnung der Wiener Kaffeetradition für einen schwarzen Kaffee, der ähnlich dem Espresso zubereitet wird. Dies geschieht in einer Espressomaschine mit 40 bis 60 Millilitern Wasser und einer Kaffeeportion, die in Österreich wenigstens 7,5 Gramm beträgt. Dieser Vorgang nimmt dabei bis zu sechzig Sekunden in Anspruch. Selbstverständlich existiert der schwarze Kaffee in einer großen und auch in einer kleinen (oder kurzen) Variante.

Der Braune
Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Schwarzer, der durch eine beigegebene Menge Kaffeeobers (Kaffeesahne) zum Braunen wird. Traditionell wird das Obers als eigenes Kännchen mitserviert, damit es dem Gast möglich ist, selber das Mischverhältnis zu bestimmen. Der große Braune ist einfach die doppelte Menge.

Der Cappuccino
Er ist eine weitere italienische Erscheinung auf dem Gebiet der Kaffeetypen. In den Wiener Kaffeehäusern ist er selbstverständlich zu finden, wenngleich auch nicht typisch. Im Grunde besteht er wiederum aus einem Espresso, warmer Milch und warmem Milchschaum. Im Idealfall sind sämtliche der drei Komponenten in der gleichen Menge vorhanden, obwohl natürlich unterschiedliche Zubereitungsphilosophien existieren. Eine oft anzutreffende Schicht Kakaopulver am Milchschaum rundet das Erscheinungsbild des Cappuccinos ab und verhindert die Bildung einer unschönen Haut an der Oberfläche.

Hätten Sie es gewusst?
Natürlich sind diese Typen kaum alles, was die reichhaltige Kaffeewelt für den Genießer bereithält. Aus der Welt der Wiener Kaffeehauskultur sprechen selbstverständlich auch Bezeichnungen wie „Einspänner“ oder „Kapuziner“ für sich. Und auch aus der italienischen Tradition sind Namen wie „Caffè latte“ oder „Latte macchiato“ längst weithin bekannt.

Doch mehr zu diesen Typen im nächsten Blick in die Welt der Kaffees.

Text und Bild: Cornelius Binder

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