Hilfe, ich kann das nicht schmecken! [Teil 1]

Weisswein, RotweinIst Ihnen das auch schon passiert? Sie sitzen mit einem Weinliebhaber und -kenner bei Tisch und bemerken schon seine Vorfreude auf den kommenden Tropfen, auf den im Anschluss von ihm kredenzten Wein. Und Sie fühlen sich dabei schon etwas unwohl, Sie haben seine Worte bereits im Ohr: „Ah, Vanille, Melone, Apfel, etwas Zitrone, jaaa breiter Säurebogen und laaaaaang im Abgang.“ Und Sie ziehen sich schon etwas zurück, denn was immer der gute Herr da von sich gibt – und ganz sicher stimmt es ja auch aber – es ist für Sie einfach nicht zu schmecken! Für Sie schmeckt der Wein nach Wein. Ob Sammlerobjekt oder nicht, ob Weltklasse oder nicht. Ja, ok. Guter Wein schmeckt vielleicht besser – aber eben auch besser nach Wein. Aber Melone? Apfel? Vanille? Von welchem Dessert spricht der Herr?

So oder so ähnlich interpretiere ich manchmal die Gesichter meiner Mittrinker und Mitesser wenn ich nach dem Essen – oder vielleicht auch währenddessen – mit stolzgeschwellter Brust mit dem Schatz aus meinem Weinkeller ankomme. Und ich habe durchaus Verständnis für die Nöte mancher Gäste. Wer sich noch nicht eingehender mit Wein und vor allem mit seiner Nase, mit Geschmack und Aromen auseinandergesetzt hat, wird möglicherweise die euphorischen Ausbrüche der Kenner nicht nachvollziehen können.

Aber wie beginnen? Zuerst einmal, machen Sie sich keinen Kopf. Sagen Sie anfangs einfach „ja“ und „wunderbar“ und „toll„. Und wenn Sie wirklich wollen, wenn Sie Interesse haben es zu lernen, dann werde ich Ihnen einen kleinen Trick verraten und Ihnen erklären, wie Sie sich dem Thema nähern können.

Beginnen Sie indem sie ihren Bekannten, den erwähnten Weinkenner, fragen, welchen Wein er Ihnen empfehlen könnte. Etwas das im Moment schon trinkreif ist, etwas das ausgeprägte Aromen besitzt, kurz: Ein guter Tropfen. Sie müssen ihm nicht sagen, dass Sie sich selber mit dem Thema beschäftigen wollen, er wird sich einfach geschmeichelt fühlen und auf die Suche machen. Und bald – oder sogar aus dem Stegreif – mit einem Ergebnis kommen. Wenn Sie also die Flasche zu Hause haben, sollten Sie sich auf die Suche nach einer Verkostungsnotiz machen. Suchen Sie hier bei uns oder bei Falstaff, weinfreak oder einem der vielen Portale, die sich mit Verkostungsnotizen beschäftigen. Achten Sie darauf, dass sowohl Sorte oder Weinname, als auch Jahrgang und Winzer übereinstimmen und drucken Sie die gefundene Notiz aus, um sie neben die Flasche und das Glas auf Ihren Tisch zu legen. Apropos Glas. Verwenden Sie ein tulpenförmiges Glas. Zu diesem Thema werden Sie hier bei uns auch den einen oder anderen Artikel finden, nur so viel sei gesagt, die Form ist wichtig! Tulpenförmig und mit Stil. Riedel, Zalto, Rene Gabriel, um nur einige der passendsten Hersteller zu nennen. Und somit wären die Vorbereitungen auch bereits erledigt und wir können zum Eigentlichen kommen.

Aber dazu mehr im 2. Teil.

 

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