Hermenegild Mang. Traditionell geradlinig.

Weissenkirchen, Wachau, MangSie heißen Vorderseiber, Klaus, Steinriegel oder Kaiserberg. Die Lagen, die von Alex und Hermenegild Mang hier in Weißenkirchen bebaut werden. Und dabei hat jede ihr ganz eigenes Klima, ihren eigenen Geruch und Geschmack. „Und genau darum geht es uns. Wir wollen jede Lage so ausbauen, dass man gut erkennen kann, was ihre ganz speziellen Noten sind.“, betont der junge Alex Mang im Gespräch. Betont leger hat er mich in seinem Markenzeichen, Weste, T-shirt und Kappe, am Eingangstor abgeholt und mit einem: „Servus, ich bin der Alex.“, begrüßtSo geradlinig kann die Wachau sein.

Das Weingut ist eines der altehrwürdigen Häuser Weissenkirchens. Die älteste Kellerröhre des Hauses datiert mit 1313, und die Familie ist bereits in der 19. Generation dem Weinbau verbunden. Alex und sein Bruder Hermenegild – der Name wird traditionell immer an den ältesten Sohn weitergegeben – betreiben einen reinen Familienbetrieb mit einem in der Region durchaus bekannten Heurigen. Aber dazu später mehr.

„Schon seit den 70er Jahren haben wir keine Insektizide mehr gesprüht. Das macht auch für uns gar keinen Sinn, wir würden mehr Nützlinge töten dabei als Schädlinge.“ erklärt der junge Winzer aufgeräumt seinen Denkansatz und „Nein, wir sind kein Biobetrieb. Ich bin aber gar kein Gegner davon, ganz im Gegenteil. Aber schon weil wir einige Lagen haben, wo sich das nur schwer ausgeht, können wir nicht umstellen.“ Weitestgehend biologisch arbeiten und dabei gezielt das Richtige machen, das ganze Jahr lang und nicht nur wenige Wochen vor der Ernte. So könnte man seinen Zugang auch beschreiben, und Alex Mang redet auch gleich weiter: „Meine Rieden haben keinen Wasserstress und sie sehen auch so gut wie keinen Kunstdünger. Wir haben da einfach ein gutes Gleichgewicht, weil was du übers ganze Jahr im Weingarten richtig machst, kommt dir bei der Qualität am Schluss zu Gute.“

Weissenkirchen, Wachau, MangDie beiden Brüder wirken ungleich in ihrem Ausdruck, in ihrem Denken sind sie aber sicherlich vereint. Hermenegild Mang verarbeitet das im Keller was sein Bruder aus dem Weingarten nach Hause bringt. Der bekennende Toscana-Fan hat auch keine Scheu über Zuchthefen zu reden, am liebsten redet er aber über sein Lieblingsprojekt: den Rotwein. „Ich wollte immer schon einen Rotwein machen. Wir haben hier die besten Böden, warum sollte das nicht möglich sein?“, erzählt Hermenegild Mang, „Also haben wir es einfach probiert, und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen.“  Ein Sankt Laurent und der Cuvee Henry, so benannt nach dem Sohn von Alex Mang, sind das Produkt dieses Experiments mit dreijähriger Reifezeit im Barrique. Man könnte das auch als Liebhaberei abtun, wenn da nicht die Qualität wäre. Denn wenn manche Verkoster fragen, welcher Franzose da ins Glas gekommen sei, antworten die Brüder lächelnd: „Manche Wachauer machen einen Roten damit sie halt einen im Sortiment haben. Wir wollten es gleich richtig machen.“ Auch hier ist ein Selbstbewusstsein erkennbar, das untrennbar mit Qualität und Tradition vereint ist. „Weil wenn Tradition draufsteht, ist Erfahrung drin“, witzelt Alex Mang und plaudert weiter aus der Schule, „Ich bin schon mit 16 Jahren im Weingarten gestanden und mit der Zeit weiß man einfach, welche Lage wie behandelt werden will und was zu tun ist.“ Und seine Praxis in Frankreich hat ihm gezeigt, dass man Champagner am besten in der Champagne macht. Und Veltliner in der Wachau.

Der zweite Teil des Beitrag ist hier zu finden.

Text und Bilder: Klösch

3 comments on “Hermenegild Mang. Traditionell geradlinig.

  1. War früher oft bei euch.schoene grüße aus Mariazell!

  2. Du host vollkommen recht und bleib so wiarst bist !!!

  3. Du host vollkommen recht und bleib so wiarst bist !!!

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