Hermenegild Mang. Wir sind wie wir sind.

Weissenkrichen, Wachau, MangHier finden Sie den ersten Teil.

Den Wein im Keller in Ruhe reifen lassen, ihm Zeit geben, so ist der Tenor der Brüder. Und weiter befragt meinen sie, die Mang’schen Weine seien manchmal nicht sofort zugänglich, haben aber immer das Potential im Herbst und Anfang des kommenden Jahres ihre Konkurrenten zu überflügeln. Und die Basis dieser Qualität ist die vollständige Reife der Trauben. Dazu braucht man Nerven, wie Alex Mang betont: „Um spät lesen zu können, brauchst du einfach die Nerven. Wenn manche schon endlich fertig sein wollen, warten wir noch auf den perfekten Zeitpunkt, lesen oft in mehreren Durchgängen. Wir wollen nur die absolut reifen Trauben im Keller haben. Das unterscheidet uns auch von den Anderen.“, und, „Es ist wie wenn du in einen Apfel beißt und der hat noch einen grünen Kern. Ich vergleiche das gern, weil für uns ist der richtige Reifegrad wichtig. Physiologische Reife, darauf warten wir.“

Stilistisch wollen die beiden Winzer ihre Weine gut vom Mainstream abgehoben sehen. Weg von den extrem reduktiven Weinen, weg von der allesumfassenden Primärfrucht. Und in den Lagen das jeweils vorhandene Terroir herausarbeiten: „Der Vorderseiber ist beispielsweise ein sandiger Boden. Der hat das Zeug zu einem DAC. Steinriegel und Klaus sind typische Wachauer tiefgründige, fette Böden. Da kommt ganz was anderes raus.“

Auf die Frage warum er denn Winzer geworden sei, antwortet Alex Mang nach kurzem Nachdenken recht unzweideutig: „Zuerst mal hast du als Winzer jeden Tag eine neue Herausforderung. Das mag ich. Und dann hast du natürlich, auch wenn alles zusammen schon viel Arbeit ist, Zeit für die Familie. Zumindest im Winter.“ Die Vorteile des Familienbetriebes will er überhaupt betont wissen. Denn im Betrieb arbeiten außer seinem Bruder Hermenegild auch noch der dritte Bruder und jede Menge Hilfskräfte, inklusive Neffen und Lebenspartner. „Das geht sich immer für alle aus, weil, wenn mein Neffe für mich im Sommer Rasen mäht, weil er eh Spaß hat am Traktorfahren, dann bringe ich ihm im Winter dafür Snowboarden bei.“

Wachau, Weissenkirchen, MangApropos Hilfskräfte. Die brauchen die Beiden auch für ihren Heurigen, der über die Region hinaus bekannt ist. In der Gästeliste finden sich Namen wie der des Bundespräsidenten genauso, wie Granden von ORF oder  Kommunalpolitik. Gut 250 Plätze im Garten gibt es hier und noch einmal etwa 120 im neu gebauten Glasvorbau mit der langen Schank, der den Vorteil hat, bewegliche Wände zu haben. Über 90% der Weine werden ab Hof und im Heurigen verkauft, so erzählt Alexander Mang und plaudert lachend aus der Schule: „Ich rede jeden Gast mit Du an, weißt du, so bin ich halt. Wer das nicht mag, der muss ja nicht kommen, ich kann mich nicht verstellen. Und wir haben noch immer viel Spaß gehabt hier im Garten. Meine Gäste wissen schon warum sie herkommen.“ Aber auch immer mehr Hochzeiten und Veranstaltungen sind hier im Garten zu finden, Essen und Trinken wird hier in der Wachau einfach groß geschrieben. „Bei uns gibts die gemischte Platte genauso, wie die ganz normale Käseplatte. Aber wir haben auch immer ein bisschen ausgefallenere Sachen hier im Heurigen. Roastbeef, Thunfisch, Beeftartar oder so. Und im Winter haben wir hier einen ‚Winterzauber‘ mit Glühweinverkauf. Da gibts dann die feinen Sachen vom Jahr mal alle zusammen. Und da kannst du dann auch gleich deinen Christbaum kaufen hier.“ Die Idee für den Christbaumverkauf ist 2010 beim Weingartenaussetzen entstanden und inzwischen werden dabei über 150 Bäume verkauft. Der Ertrag daraus kommt dann einem guten Zweck zu. Und so haben alle was davon. Prost, Mahlzeit.

Text & Bilder: Klösch

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