Hecho en cuba. Zigarren aus Cuba.

Andy Bigler und Cuba, hecho en cubaNach den vorhergegangenen Beiträgen besitzen wir nun einen perfekten Humidor und wissen, in welchem zertifizierten Fachgeschäft unsere Rauchwaren zu kaufen sind. Aber was soll uns die vorliegende Überschrift sagen? Keine Angst es ist nicht annähernd so kompliziert, wie es aussieht. Wir wollen keine Wissenschaft aus dem Genuss einer Zigarre machen, daher werden wir auf entsprechend „wissenschaftliche“ Details und Darstellungen verzichten. Wir bleiben beim Wesentlichen. In diesem Fall also auf Kuba und bei der Art der Herstellung.

Eine Zigarre besteht aus drei Teilen. Der Einlage, dem Umblatt, in dem sich die Einlage befindet und dem Deckblatt, dem äußerstem Teil. Diese Drei können auf verschiedene Arten zu Zigarren verarbeitet werden. Weil es sich um Zigarren aus Kuba handelt, trägt der äußere Kistenboden den Stempel „Hecho en Cuba„, was im Grunde nichts über die Herstellungsart aussagt. Wenn sich allerdings nur dieser „Herkunftsstempel„, das Habanos S.A. Siegel und das Packdatum auf einer Kiste befinden, kann man schon davon ausgehen, dass sich maschinell hergestellte Zigarren in der Kiste befinden.

Der Longfiller, „Tripa larga“
Die edelste und hochwertigste Zigarre ist der Longfiller („tripa larga“): Die Einlage besteht immer aus ganzen Tabakblättern, egal ob es sich um Groß- oder Kleinformate handelt. Das Umblatt ist von hoher Qualität und hat nur sehr feine Blattadern. Das Deckblatt sagt sehr viel über eine Zigarre aus, dort findet man daher die allerfeinste Struktur und niemals irgendwelche Risse oder Löcher. Zigarren dieser Machart werden ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Es gibt keine Maschine die eine Zigarre derart sorgfältig und perfekt herstellen könnte, wie es ein Zigarrenroller (Torcedor) das kann! Solche Zigarren werden mit dem Stempel „totalmente a mano“ versehen. Abbrand, Zugverhalten und Ausgewogenheit im Rauchverhalten einer Longfiller Zigarre sind einzigartig. Man kann sie ruhigen Gewissens als unübertrefflich oder sogar als einzigartig bezeichnen, was sich aber selbstverständlich auch preislich bemerkbar macht.

Der Shortfiller „Tripa corta“
Der hauptsächliche Unterschied dieser Herstellungsart besteht in der Einlage, die, wie der Name verrät, nicht aus ganzen Tabakblättern sondern aus zerkleinerten Blättern besteht. Das ist auch der Grund für einen schnelleren, heißeren Abbrand und ein manchmal nicht ganz zufriedenstellendes Zugverhalten. Das Umblatt hat meist eine gröberer Struktur und auch das Deckblatt ist nicht absolut vollkommen. Shortfiller-Zigarren werden entweder komplett maschinell hergestellt, oder die Einlage wird maschinell ins Umblatt gerollt und das Deckblatt anschließend von Hand aufgebracht. Was dann auf der Kiste mit „hecho a mano“ gekennzeichnet wird. Diese Art der Herstellung erfordert keine absolut makellosen Tabakblätter (für die Einlage werden oft die Anschnitte aus der Longfiller Herstellung verwendet) und es ist auch weniger Geschick erforderlich. Es wäre anmaßend und auch unwahr zu behaupten, Shortfiller Zigarren wären von schlechter oder gar minderwertiger Qualität. Aber es ist auch unbestreitbar, dass beide Herstellungsarten keine Zigarren hervorbringen, die auch nur annähernd an die Qualität der Longfiller herankommen. Seit einiger Zeit werden auch Shortfiller in kompletter Handarbeit produziert und dabei entstehen durchaus Zigarren, die ein erstaunlich ansprechendes Rauchvergnügen für zwischendurch bieten. Darüber hinaus sind auch die „tripa corta totalmente a mano“ immer noch wesentlich günstiger als Longfiller. Die Zigarren von Jose L. Piedra und Quintero sollten in diesem Zusammenhang unbedingt als positives Beispiel eines Shortfillers erwähnt werden.

Der geschlossene Zigarrenkopf (Mundstück)
Der Zigarrenkopf ist mit einer Kappe überzogen, hergestellt aus einem kleinen Stück Tabakblatt. So wird das Austrocknen und Ausfransen des Mundstücks verhindert. Um die Zigarre rauchen zu können, muss dieses Mundstück angeschnitten werden. Dadurch werden die Zugkanäle zwischen den Tabakblättern freigelegt. Aber dazu finden Sie hier mehr.

Text: Andy Bigler
Bild: Bigler

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