Hans im Glück. Die Mischung macht’s.

4 Freude und ein RestaurantHier geht’s mir gut.
Wenn sich in einem Lokal die Gäste beim Kellner melden und von sich aus davon erzählen, wie wohl sie sich fühlen, seit sie regelmäßig hier essen, wie gesund und rundum gut. Dann muss die Küche schon wirklich etwas Besonderes sein. Und nicht nur in Ordnung. Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hier mit einer gewissen Achtsamkeit gekocht wird. Wert gelegt wird auf frische, möglichst lokale Zutaten und ein Arbeiten ohne Geschmacksverstärker. Im Hans im Glück in der Schmelzgasse 9 im 2. Wiener Gemeindebezirk ist das so.

Die Mischung macht’s.
Die vier ambitionierten Mitglieder des Teams bilden eine gute und sehr stimmige Mischung, die erfolgreich eine junge, spritzige, spanisch-österreichische Zusammenstellung an Speisen und Ideen auf den Tisch bringen. Sie sind aber nicht nur ein Team, sie sind auch enge Freude. Das kann man durchaus auch spüren, es schlägt sich in einer chilligen Atmosphäre nieder, relaxed, appetitanregend und dabei professionell. Die Zusammenstellung der vier Persönlichkeiten könnte nicht bunter sein. Und das ist auch eine der speziellen Qualitäten, die man hier an diesem Ort so zahlreich findet: Offen für Neues zu sein, Anregungen aufzunehmen, den Gast wahrnehmen und seine Wünsche zu berücksichtigen.

Passend zur Gesamtstimmung ist die schon oben beschriebene Haltung, ein hohes Maß an Qualität einzubringen. „Wir bemühen uns möglichst bei kleinen Produzenten und Betrieben einzukaufen um regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern. Natürliche, biologische Produktion und Verarbeitung sind uns ein großes Anliegen. Aber einige Spezialitäten beziehen wir direkt aus Spanien, um auch hier höchstmögliche Qualität und Auswahl zu gewährleisten.“, so sagen sie selber von sich. Die Karte hat viele Einflüsse aus der spanisch-mediteranen Küche aber auch einen klaren Bezug nach Österreich, sie ist experimentell angehaucht aber auch sehr lokal orientiert. Dabei spielt der nahe Karmelitermarkt eine große Rolle. Vom Bio-Fruchtsaft über spezielle Biere bis hin zu ganz besonderen Weinen ist hier nicht nur für den Hunger sondern auch für den Durst gesorgt. Auch hier macht es wohl die Mischung.

Gastgarten, Hans im Glück, 1020Wie alles begann
Im Jahre 2012 treffen sich ein Pädagoge, ein Architekt, eine Juristin und ein Koch in Wien. Die drei Spanier und ein Südtiroler finden sich wieder in vielen gemeinsamen Interessen und einer engen Freundschaft. Nach allerlei Wegstrecken in der hiesigen Gastronomie entscheiden sie sich gemeinsam den Schritt zu einem eigenen, einem besonderen Projekt zu wagen. Sie werfen ihre Freundschaft in die Waagschale, ihren Spürsinn für Qualität und die besondere Atmosphäre des nach langem Suchen gefundenen Lokals in der Leopoldstadt. Es entsteht ein Stück Gastronomie, das sich über Zulauf nicht beklagen muss, in dem der Gast noch König ist und wo kochen noch die Leidenschaft des Kochs zeigt. Und wo trotzdem die Kirche im Dorf bleibt, monetär wie gastronomisch. Denn wenn der Gast sich das Essen nicht leisten kann, hat auch der Wirt nichts davon, so meint man hier.

Wenn Sie, liebe Leser, in ein Lokal gehen und dort das Gefühl bekommen, es passt einfach. Wenn Sie sich dort einen Platz suchen und sich der Eindruck verfestigt, dieses Team ist wirklich ein Team. Und wenn Sie die Speisekarte öffnen und auch von dort einen stimmigen und vor allem authentischen Eindruck bekommen. Dann, ja dann sind Sie möglicherweise im Hans im Glück in der Leopoldstadt. Hier in der Bundeshauptstadt gibt es viele interessante Lokalitäten, oft aber macht es einfach die Mischung. Denn die muss stimmen. Die Mischung der Menschen, der Gäste, der Speisen. Und der Weine.

Text: Klösch
Bilder: Weiss

2 comments on “Hans im Glück. Die Mischung macht’s.

  1. ich mags trotzdem net 🙂

  2. Martin Saini Da kann sich ja jeder selbst ein Urteil bilden. Und das ist ja auch gut so. 🙂

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